Einer der drei mumifizierten Kaiserjäger in Bozen untersucht

1. September 2004, 14:11
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Historisches Museum Innsbruck hofft inzwischen die Identität der drei Weltkriegsopfer herauszufinden

Innsbruck/Bozen - Das Historische Museum Innsbruck hofft, in den kommenden Tagen die Identität der drei mumifizierten Kaiserjäger herauszufinden, die am Freitag in einem Gletscher am Ortler-Cevedale-Massiv im Trentino entdeckt wurden. Die Museumsbehörden haben genaue Verzeichnisse über die Soldaten aufbewahrt, die bei den verschiedenen Schlachten im Trentino eingesetzt und vermisst wurden. "Wir hoffen, bald genaue Informationen über die Identität der drei Leichen zu bekommen", sagte Maurizio Vincenzi, Vizekommandant der Bergrettung von Pejo, der die Leichen auf einer Höhe von 3.600 Meter entdeckt hatte.

"Wir schätzen, dass sich maximal 15 österreichische Soldaten am 3. September 1918 in der Nähe der Punta San Matteo aufhielten, dort wo ich die Leichen gefunden haben. Wir hoffen, dass uns das Innsbrucker Museum bald Informationen über die Identität der Leichen liefern wird", betonte Vincenzi.

Untersuchung in Bozen

Der Bergretter, der in der Alpenortschaft Pejo unweit von Trient ein Kriegsmuseum verwaltet, erhofft sich auch von den Experten aus Bozen wichtige Informationen über das Alter und die Todesursachen der österreichischen Soldaten. Seit Mittwoch wird die Leiche eines der drei Kaiserjäger im Bozner Krankenhaus aufbewahrt, wo sie verschiedenen Tests unterzogen werden soll. Danach wird die Leiche im Soldatenfriedhof von Pejo neben den anderen beiden österreichischen Soldaten beerdigt. "Wir wissen noch nicht, wie lange die Leiche in Bozen bleiben wird. Je interessanter die Ergebnisse der Tests sein werden, desto länger wird das Archäologische Museum Bozen die Leiche behalten", so Vincenzi.

Der Trentiner ist über das Aufsehen rund um seinen Fund in den Alpen überrascht. "Ich wusste, dass es ein wichtiger Fund war. Es ist das erste Mal, dass ganze Körper von Soldaten entdeckt werden und noch dazu in einem derart guten Zustand. Ich dachte jedoch nicht, dass um meine Entdeckung so viel Medienrummel entstehen würde. Ich bin an einsame Wanderungen im Gebirge gewohnt, jetzt wird mein Kriegsmuseum von Journalisten und Touristen bestürmt", sagte er.

Persönliche Eindrücke

Vincenzi über seine Entdeckung: "Ich war gerührt und habe großen Respekt für diese Männer empfunden, die unter derart dramatischen Umständen gestorben sind", meinte er. Seit über 20 Jahren sucht Vincenzi in den Alpen Relikte aus dem Ersten Weltkrieg, um die Erinnerung an die Schlachten, die sich in seiner Heimatregion abspielten, wach zu halten.

Der Bergretter berichtete auch ausführlich über die Trauerzeremonie und die Beerdigung der österreichischen Soldaten im Soldatenfriedhof von Pejo am Dienstag. "An der Zeremonie haben unter anderem Vertreter der Kaiserjäger, der Schützen und des Österreichischen Schwarzen Kreuzes teilgenommen. Auch eine Ehrenwache des österreichischen Heeres beteiligte sich an der Zeremonie. Über 350 Personen waren anwesend. Es war rührend", meinte Vincenzi. (APA)

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