Kinder vor Gefährdung durch Computer und Handy schützen

6. September 2004, 10:43
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Politiker mahnen verantwortungsbewussten Umgang an - Medienkompetenz muss vermittelt werden - Mehr Informationen für Eltern

Anlässlich der Games Convention in Leipzig haben sich Politiker für den Vorrang des Kinder- und Jugendschutzes bei Computerspielen ausgesprochen. Der sächsische Innenminister Horst Rasch sagte, dass Medien unterschiedlichster Art nicht nur Chancen für Kinder und Jugendliche böten, sondern auch eine Vielzahl von Gefahren bedeuteten. Die nordrhein-westfälische Schulministerin Ute Schäfer forderte, Kindern und Jugendlichen Medienkompetenz zu vermitteln.

"Medien lassen sich aus dem Alltag unserer Kinder und Jugendlichen nicht mehr wegdenken", erklärte Rasch. So hätten heute fast alle Zwölf- bis 19-Jährigen einen Zugang zu TV- und Videogeräten, PC-Spielen, Handy und zum Internet. Viele nutzten diese Medien als Informationsquellen, zur Unterhaltung und für ihre Freizeitaktivitäten. Neben der Familie, der Schule und dem Freundeskreis prägten vor allem die "Neuen Medien" immer mehr die Wertvorstellungen und Verhaltensorientierungen von Heranwachsenden.

Die Gefahren seien aber oft kaum wahrnehmbar, warnte Rasch. Dazu gehörten unter anderem das Ausspähen von persönlichen Daten, Kontaktanbahnung mit missbräuchlichem Hintergrund oder das Abkassieren über unseriöse Einwahlprogramme im Internet oder per Handy. So sei es nicht selten, dass sich Kinder und Jugendliche bei der Nutzung von Premium-SMS im Mobilfunknetz durch Kostenfallen überschuldeten. Rasch nannte dabei die Kosten für Chats oder Flirtlines, Handylogos und Klingeltönen. Neben den Kostenrisiken beim Herunterladen von PC-Spielen oder Musikdateien aus dem Internet bestehe aber auch auch die Gefahr der sexuellen oder voyeuristischen Kontaktanbahnung, warnte der Minister.

"Viele der Eltern haben keine Kenntnis darüber, welche Informationen ihre Kinder beziehen und welche Kommunikation sie über diese Medien betreiben", sagte Rasch. Anders als gegenüber den Printmedien könnten sie öfters nicht mit der technischen Medienkompetenz ihrer Kinder mithalten beziehungsweise hätten wenig Möglichkeiten der direkten erzieherischen Einflussnahme. "Da auch künftig die elektronischen Medien im Alltag und der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen eine entscheidende Rolle spielen werden, ist es insbesondere wichtig, den Eltern Schutzmöglichkeiten für ihre Kinder aufzuzeigen und den richtigen Umgang mit diesen Medien zu vermitteln", forderte der Minister. (APA/AP)

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