Vorstand Erich Obersteiner verlässt Wiener Börse

14. September 2004, 20:04
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Suche nach einem Nachfolger bereits angelaufen - Stefan Zapotockys Vorstandsvertrag wird verlängert

Wien - Börsevorstand Dr. Erich Obersteiner (39) verlässt die Wiener Börse AG. In einer Sitzung am 16. September wird der Aufsichtsrat der Wiener Börse den angebotenen Rücktritt annehmen, kündigte Börse-Aufsichtsratschef Friedrich Kadrnoska in einer Mitteilung der Börse heute, Dienstag, an. Obersteiner ist seit 1999 Vorstand der Wiener Börse.

Die Suche nach einem Nachfolger durch einen Personalberater ist bereits angelaufen. Obersteiner werde der Börse aber zur Verfügung stehen, bis ein Nachfolger gefunden sei. Das sei mit dem Präsidium des Börse-Aufsichtsrats vereinbart worden. Regulär endet Obersteiners Vertrag mit Ende März 2005. Ebenso lange läuft der Vertrag von Obersteiners Vorstandskollegen Stefan Zapotocky, der aber verlängert werden soll.

"Der Aufsichtsrat der Wiener Börse respektiert selbstverständlich den Entschluss von Herrn Dr. Obersteiner, die Wiener Börse zu verlassen", erklärte Kadrnoska. Er dankte Obersteiner für sein Engagement und seine Leistungen für die Entwicklung der Wiener Börse. Dieser Entscheidung waren monatelange Querelen der beiden Börsechefs vorangegangen, die auch in der Öffentlichkeit ausgetragen worden waren.

"Umbau des Kapitalmarktes abgeschlossen"

"Der Umbau des Kapitalmarktes ist abgeschlossen und damit der richtige Zeitpunkt zu einer beruflichen Neuorientierung gekommen", begründet Obersteiner seinen Entschluss, das Unternehmen zu verlassen. Er habe sich die Entscheidung, eine neue Herausforderung anzunehmen, nicht leicht gemacht.

Obersteiner gehört dem Börse-Vorstand seit Jänner 1999 an. Zu seinem Vorstandsbereich gehören die strategischen und operativen Agenden der Bereiche Marktsteuerung, Market Design, Mitgliederbetreuung, Technik, Datenverkauf, Clearing sowie diverse Stabsfunktionen.

In den Jahren 2000 und 2001 wurde die Wiener Börse neu strukturiert und in der Folge die Organisation auf die Erfordernisse des modernen Kapitalmarktgeschäftes ausgerichtet. Unter Obersteiners Leitung wurde das Specialist System zur Liquiditätssteigerung, das Handelssystem Xetra sowie eine neue Marktsegmentierung und ein neues Indexkonzept eingerichtet. Im März 2002 erfolgte die Aufnahme des Handels mit elektrischer Energie an der Energy Exchange Austria (EXAA). Obersteiner war Mitglied der Expertengruppe des Regierungsbeauftragten für den Kapitalmarkt Richard Schenz (Zukunftsvorsorgeprodukt, Corporate Governance Kodex). Zu den laufenden Projekten zählt die Entwicklung einer integrierten zentralen Gegenpartei für die Abwicklung aller Börsegeschäfte am Kassa- und Terminmarkt, dem CCP Austria.

Obersteiner startete seine Karriere in der Raiffeisen Zentralbank (RZB) und in der Raiffeisen Capital & Investment Praha, die er von 1994 bis 1998 leitete. Seine universitäre Ausbildung absolvierte der gebürtige Klagenfurter in Wien, wo er Wirtschaftsinformatik studierte und in den USA, wo er an der California State University Hayward zum Executive MBA graduierte.(APA)

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    Die Vorstandsmitglieder der Wiener Börse AG, Erich Obersteiner (Vordergrund) und Stefan Zapotocky

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