"leidln schreibz wiaz rezz"

3. September 2004, 23:43
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Dialektautoren für "Echtschreibung"

Die Debatte um die Rechtschreibreform ist wieder um eine Nuance reicher: Am Dienstag forderten die österreichischen Dialektautoren ein "Auf zur Echtschreibung". Zwar sei man weder der alten noch der neuen Rechtschreibung verpflichtet - weil Sprache aber "nicht dem Staat gehört, sondern jenen, die sie sprechen, sollte kein Staat vorschreiben, wie seine BürgerInnen zu schreiben, zu lesen und somit auch zu denken haben", hieß es in einer Aussendung.

Der österreichische Staat habe sich aber "ausgerechnet in Gestalt der Regierung Schüssel, die österreichdümmelt, wie schon lange keine mehr" dem "bundesdeutschen Reformwunsch" untergeordnet. Die in der Vorwoche präsentierte Initiative von Autoren, Österreichisch als eigene Sprache zu etablieren, komme den Dialektautoren sehr entgegen und könne zu einem "verstärkten Selbstbewusstsein im Umgang mit der eigenen - österreichischen - Sprache in den Färbungen der jeweiligen Umgebung bzw. Region" führen: "Die Vielheit der österreichischen Dialekte, aus der diese Sprache sich ja speist, könnte nicht länger als 'falsche Sprache' und Ausdrucksform der Ungebildeten und Dummen abgetan werden."

Abgeschlossen wird der Aufruf mit "leidln schreibz wiaz rezz", "leitln schreibts wiats redts", "leitln schreipz wiazz retz", "leidln daaz schreim wiaz redn daaz", "leitln deiz schreim wia z redn deiz", "laitln duiz schraim wiaz reidn daiz", "lütt schrieband wia nar redand", "lajtlen dajt shrajben wija räden dajt". (APA)

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