Präsident der Einheitsgewerkschaft erschossen

1. September 2004, 15:26
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In den vergangenen vier Jahren wurden bereits über 570 Gewerkschafter ermordet

Bogota - Unbekannte haben in Kolumbien einen Gewerkschaftsführer getötet. Der Präsident der Einheitsgewerkschaft CUT, Jorge Eliecer Valencia, sei Sonntagnacht in Tulua, 520 Kilometer südwestlich der Hauptstadt Bogota, von Männern auf Motorrädern erschossen worden, teilten die kolumbianischen Behörden am Montag mit. Die Polizei untersuchte nach eigenen Angaben die Hintergründe der Tat. Nach Angaben der CUT wurden in den vergangenen vier Jahren mehr als 570 Gewerkschafter in Kolumbien getötet.

Traurige Bilanz

Erst Anfang August waren in dem südamerikanischen Land drei ranghohe Gewerkschafter getötet worden. Nach Armeeangaben wurden sie im Kampf getötet, als sie in Begleitung von Guerilleros des Nationalen Befreiungsheers ELN waren. Augenzeugen zufolge wurden die Gewerkschafter dagegen schlichtweg von Regierungssoldaten hingerichtet. Bei den Getöteten handelte es sich um den CUT-Schatzmeister Leonel Goyeneche, einen örtlichen Chef der Gewerkschaft der Krankenhausangestellten Anthoc, Jorge Prieto, und den Vorsitzenden einer Bauernvereinigung in Arauca, Hector Martinez.

Gewerkschaftsvertreter hatten der Regierung nach dem Vorfall die systematische Verfolgung von Gewerkschaftern vorgeworfen. Die Regierung versprach nach internationaler Kritik eine umfassende Untersuchung, welche jedoch bisher ohne Ergebnisse blieb. (APA/AFP)

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