Game-Industrie auf den Spuren Hollywoods

24. Oktober 2004, 16:08
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Produktion und Vermarktung ähnelt zusehends der Filmbranche

Die Produktion und Vermarktung von Computer- und Konsolenspielen nähert sich immer mehr der Filmindustrie an. Produktions- und Vermarktungskosten steigen und nur eine Handvoll von Game-Hits wird künftig die Umsätze der gesamten Branche bestimmen. Die Game-Industrie befindet sich am Weg nach Hollywood, berichtet die New York Times (NYT). Das bringt aber nicht nur Gutes mit sich. Für die Softwareschmieden - vor allem für die kleineren Unternehmen - wird es immer schwieriger auch Gewinne zu erwirtschaften.

Gewöhnlich

Auf dem Weg zu einem Mainstream-Business wie der Filmindustrie bleibe den Software-Produzenten gar keine andere Möglichkeit als die Produktions- und Marketingkosten zu steigern. Zehn Millionen Dollar an Produktionskosten seien heute keine Seltenheit mehr. In den späten 90er-Jahren sei das durchschnittliche Produktionsbudget bei drei Millionen Dollar gelegen. Heute kommen zu den Entwicklungskosten noch einmal so hohe Marketingkosten hinzu. Da sei es nur verständlich, wenn Game-Entwickler auf scheinbar sichere Produktionen setzen und kreativen Neuentwicklungen skeptischer gegenüberstehen als in der Vergangenheit. So machte Activision laut NYT rund 40 Prozent seines Umsatzes im vergangenen Jahr mit nur zwei Spielen: "Tony Hawk's Underground" und "True Crime: Streets of L.A.".

Nachteile

Die Game-Industrie weist zwar zusehends ähnliche Produktions- und Vermarktungsprozesse wie die Filmindustrie auf, ist aber im Vergleich zu Hollywood im Nachteil. Filme bringen neben den Haupteinnahmen an der Kinokasse auch Umsätze durch Video, DVD, TV-Rechte, Merchandising und Game-Lizenzen. Bei Spielen kommen eventuell Merchandising-Einnahmen hinzu, aber im Wesentlichen muss das Geschäft im ersten Halbjahr nach der Veröffentlichung mit dem Verkauf des Spiels gemacht werden. Danach senken die Händler den Preis, wenn das Game kein Hit war. Zudem werfen Filme auch nach Jahren noch Einnahmen ab, während Spiele alle paar Jahre veralten und durch völlig neue Versionen ersetzt werden müssen.

Quellen

Um profitabel zu bleiben oder zu werden, sind daher neue Einnahmequellen gefragt. Die beiden lukrativsten Einnahmequellen dürften künftig für Game-Software-Unternehmen einerseits Abo-Gebühren für Online-Games und andererseits Werbung sein. Daneben sichern sich aber Spiele-Entwickler auch schon die Filmrechte für ihre Games. (pte)

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