SklavInnen-Handel im modernen Gewand

23. September 2004, 13:15
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UNESCO am Internationalen Tag zur Erinnerung an die Abschaffung des SklavInnen-Handels: Menschenhandel, Kinderarbeit und Zwangsheiraten weit verbreitet

Paris/Genf - Trotz der offiziellen Abschaffung der Sklaverei in internationalen Vereinbarungen sind nach Angaben der Vereinten Nationen noch immer Millionen Menschen davon betroffen. Weltweit würden Männer, Frauen und Kinder ihrer grundlegenden Freiheiten beraubt, sagte UNESCO-Generaldirektor Koichiro Matsuura am Montag, anlässlich des Internationalen Tages zur Erinnerung an den Sklavenhandel und dessen Abschaffung. Die UNESCO betonte zudem, dass Menschenhandel, Kinderarbeit und Zwangsheiraten noch immer weit verbreitet seien.

Im Jänner hatte die in Paris ansässige UNO-Organisation das Internationale Jahr zum Gedenken an den Kampf gegen die Sklaverei ausgerufen. Anlass war die Schaffung der ersten schwarzen Republik in Haiti vor 200 Jahren. Allein im Jahr 2002 seien 245 Millionen Kinder illegal zur Arbeit gezwungen worden. Weitere rund 1,2 Millionen Kinder und Jugendliche würden jährlich Opfer von Menschenhändlern, so die UNESCO.

Moderne Formen der Sklaverei

Auch die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) zeigte sich besorgt über moderne Formen von Sklaverei oder Zwangsarbeit. Von der modernen Art der Zwangsarbeit, welche die Globalisierung hervorbrachte, seien vor allem MigrantInnen betroffen, sagte Roger Plant, der Leiter des ILO-Aktionsprogrammes gegen Zwangsarbeit. Die ILO hatte im Februar 2002 ein Aktionsprogramm zur Bekämpfung aller Formen von Zwangsarbeit geschaffen.

Menschenhandel

Traditionelle Formen von Zwangsarbeit, oft Schuldknechtschaft, gebe es vor allem in Brasilien, Indien, Pakistan und Teilen Afrikas, sagte Plant. Brasilien und Pakistan hätten mit Hilfe der ILO jedoch nationale Aktionsprogramme zur Befreiung von ZwangsarbeiterInnen geschaffen und im nächsten Mai solle auch eine Studie zur Zwangsarbeit veröffentlicht werden. Nach Schätzungen des US-Außenministeriums werden weltweit jährlich bis zu 800.000 Menschen Opfer von Menschenhandel; 80 Prozent von diesen seien Frauen. (APA)

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