Paul Lendvai wird 75 Jahre alt

4. September 2004, 00:08
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Profunder Kenner Mittel- und Osteuropas - Langjähriger ORF-Mitarbeiter, Herausgeber der "Europäischen Rundschau" und STANDARD-Kommentator

Der Osteuropa-Experte Paul Lendvai feiert morgen, Dienstag, seinen 75. Geburtstag. Lendvai, geboren am 24. August 1929 in Budapest, ist den Österreichern seit Jahrzehnten als profunder Kenner Mittel- und Osteuropas bekannt, der die Berichterstattung des ORF über diese Regionen prägte wie kaum ein anderer und heute das ORF-"Europastudio" leitet. Seit 1973 ist er zudem Mitherausgeber und Chefredakteur der Vierteljahreszeitschrift "Europäische Rundschau", seit 2003 schreibt er auch als Kommentator für den STANDARD.

Lendvai war wegen seiner jüdischen Herkunft von den Nazis verfolgt und im kommunistischen Ungarn mit Berufsverbot belegt worden. 1956 emigrierte er nach Österreich, 1959 wurde er österreichischer Staatsbürger. Schon während seines Jus-Studiums in Ungarn war er journalistisch tätig gewesen, in Österreich setzte er diese Laufbahn fort: als Wiener Korrespondent der britischen Tageszeitung "Financial Times" und als Kolumnist für österreichische, deutsche und schweizerische Zeitungen und Rundfunkanstalten. Von 1982 bis 1987 war Lendvai Leiter der Osteuropa-Redaktion des ORF im Range eines Chefredakteurs, von 1987 bis 1998 Intendant von Radio Österreich International.

Lendvai, der 1980 mit dem Berufstitel "Professor" ausgezeichnet wurde, ist Autor zahlreicher Bücher, war Gastprofessor an der Universität von Kalifornien und hielt im In- und Ausland zahlreiche Vorträge über die internationale Lage. Der "Professor" ist längst nicht seine einzige Auszeichnung: So ist er unter anderem Träger des Karl-Renner-Preis für Publizistik und des Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich. Für sein Buch "Zwischen Hoffnung und Ernüchterung - Reflexionen zum Wandel in Osteuropa" erhielt er den Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch des Jahres 1994. (APA)

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