IPI: Wieder Journalist Opfer eines Angriffs in Ukraine

14. September 2004, 11:22
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Internationales Presse Institut fordert Präsident Kutschma zum Handeln auf

"Tief besorgt" über den neuerlichen gewaltsamen Angriff auf einen Journalisten in der Ukraine hat sich das Internationale Presse Institut (IPI) in einem am Montag veröffentlichten Brief an den ukrainischen Präsidenten Leonid Kutschma gezeigt. Das IPI sei beunruhigt über die aktuelle Situation der Journalisten in der Ukraine und appellierte an Kutschma zu garantieren, dass es eine gründliche Untersuchung gebe und die Verantwortlichen schnell vor Gericht gebracht würden.

IPI-Direktor Johann P. Fritz forderte Kutschma zudem auf, alle "nötigen Schritte zu ergreifen, um die dauernden Angriffe auf Journalisten und die alarmierende Ungestraftheit, die solche Verbrechen begleitet, zu stoppen". Außerdem solle er mit den Medien zusammenarbeiten, "um eine Umgebung zu schaffen, die es Journalisten ermöglicht, ihren Beruf frei von Bedrohungen und Einschüchterungen ausüben zu können", so Fritz.

Interviewbänder gestohlen

Gemäß den Informationen der IPI, wurde der Enthüllungsjournalist Dmytro Schkuropat vergangenen Dienstag von einem unbekannten Angreifer in dem frühen Morgenstunden in der südöstlichen ukrainischen Stadt Zaporozhye verprügelt. Schkuropat, ein Korrespondent der unabhängigen Wochenzeitung Iskra, ist laut IPI mit einem Kollegen auf dem Weg zu den Iskra-Büros gewesen, als ein unbekannter Mann Schkuropat bewusstlos schlug und seine Tasche mit Interviewbändern stahl. Die Bänder waren für einen Artikel über Amtskorruption und andere kriminelle Aktivitäten gedacht, an dem Schkuropat arbeitete.

Polizei leitete Untersuchung ein

Der Angriff auf Schkuropat könne mit dessen Arbeit oder der generellen Blattlinie des Nachrichtenblatts Iskra zusammenhängen, sagte der Kollege, der unverletzt blieb. Die lokale Polizei hat eine Untersuchung des Vorfalls eingeleitet. Die Mitarbeiter bei Iskra erhalten laut Fritz oft einschüchternde Telefonanrufe von lokalen Geschäftsmännern und politischen Funktionären nach der Veröffentlichung von kritischen Artikeln. Die Attacke auf Schkuropat komme zudem weniger als drei Monate nach einem Angriff auf Petro Kobevko, Chefredakteur der Wochenzeitung Tschas, in der Stadt Tscherniwtsi (Czernowitz), der von einem unidentifzierten Mann verprügelt wurde. (APA)

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