US-Investor Kerkorian droht Prozess wegen Insiderhandels

17. September 2004, 16:54
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DaimlerChrysler-Kleinaktionäre fordern Schadenersatz

Hamburg - Dem US-Großinvestor Kirk Kerkorian droht laut einem Zeitungsbericht ein Gerichtsverfahren wegen Insiderhandels. Nach monatelanger Prüfung habe ein kalifornisches Gericht jetzt eine Klage von Kleinaktionären gegen den Milliardär zugelassen, berichtete die "Financial Times Deutschland" (FTD) am Montag.

Geheime Informationen aus dem Aufsichtsrat

Kerkorian hatte demnach vor rund fünf Jahren 7,6 Mio. Daimler-Aktien für insgesamt 661,6 Mio. Dollar (538 Mio. Euro) verkauft. Zuvor soll ihm ein Vertrauter im DaimlerChrysler-Aufsichtsrat "streng geheime" Konzerninformationen weitergegeben haben. Die Kleinaktionäre fordern nun Schadenersatz. Mit ihrer Klage geht die juristische Schlacht zwischen Kerkorian und DaimlerChrysler in eine neue Runde.

Der 87-jährige Milliardär fordert seinerseits von dem Konzern und Vorstandschef Jürgen Schrempp Schadenersatz in Milliardenhöhe. Schrempp habe ihn bei der Fusion mit dem US-Autobauer Chrysler 1998 vorsätzlich getäuscht, behauptet der damals größte Chrysler-Einzelaktionär. Weil es sich um eine Übernahme gehandelt habe, hätte ihm eine höhere Prämie beim Aktienumtausch zugestanden. Der Prozess ist inzwischen abgeschlossen, das Urteil wird zum Jahresende erwartet. Der neue Disput dreht sich um Informationen aus einer Aufsichtsratssitzung von 1999, aus der Kerkorian geheime Informationen über Erlösprobleme erhalten haben soll.

Wertverlust von 120 Millionen Dollar vermieden

Durch den Verkauf eines großen Teils seiner Aktien habe Kerkorian einen unmittelbaren Wertverlust von etwa 120 Mio. Dollar vermieden, klagen die Kleinaktionäre, die Anspruch auf das Geld erheben. Die Daimler-Papiere seien nach der offiziellen Gewinnwarnung und der Veröffentlichung der schlechten Quartalszahlen 1999 um 8,8 Prozent abgestürzt. In vergleichbaren Fällen hätten Richter schon die Gesamterlöse des Aktienverkaufs als Schadenersatzsumme bestimmt, berichtete die "FTD" weiter. Ein Sprecher der Investmentgruppe Tracinda von Kerkorian sagte, es gebe noch viel zu tun, um eine Sammelklage durchzusetzen. (APA)

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