Netztarife werden weiter sinken

19. September 2004, 18:40
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Regulator: Nächste Runde soll noch heuer abgeschlossen werden - Ende der Fahnenstange bei Netztarifen noch nicht erreicht

Wien - Die Strompreise werden von einigen österreichischen Energieversorgern im Herbst zwar angehoben, allerdings wird es bis Jahresende noch zu einer Senkung der Netztarife kommen, sagte Energieregulator Walter Boltz zur APA. Bei den Netztarifen bestehe Handlungsbedarf, Österreich liege im internationalen Vergleich noch immer relativ hoch. Bei der heurigen Tarifsenkungsrunde im Netzbereich sei "noch einiges drinnen". Ein Ende der Fahnenstange sei bei den Netztarifen noch nicht erreicht.

Der Strompreis setzt sich aus dem reinen Energiepreis und dem Preis für das Netz zusammen, dazu kommen noch Steuern und Abgaben.

Die Großhandelspreise für Strom seien "eine Spur gestiegen", kleine Preiserhöhungen von ein paar Prozentpunkten beim reinen Energiepreis seien in Ordnung, aber kein Anlass für massive Preisanhebungen, so der Geschäftsführer der Energieregulierungsbehörde E-Control. Aus den Großhandelspreisen alleine ließen sich nur geringe Preiserhöhungen rechtfertigen, nicht aber Anhebungen im "zweistelligen Bereich".

Ölpreise schlagen gemildert durch

Die Ölpreise würden sich mit einer sehr großen Verzögerung und sehr gemildert auf die Strompreise durchschlagen. Relevant sei aber eher der Kohlepreis, der nach den Anstiegen der letzten Zeit wieder zurückgehe. Der Höhepunkt scheine überschritten zu sein, in einem halben bis einem Jahr werde der Kohlemangel aus logistischen Gründen wieder Historie sein.

Die Liberalisierung des heimischen Strommarktes - Haushalts- und Gewerbekunden können seit 1. Oktober 2001 ihren Stromlieferanten frei wählen, für Großkunden startete die Marktöffnung bereits Anfang 1999 - habe den Haushalten Vorteile gebracht, so Boltz. Die Nettopreise (Energie und Netz ohne Steuern und Abgaben) für die Kilowattstunde (kWh) Strom liegen nach Daten der E-Control derzeit (Stand August 2004) bei den großen Energieversorgern zumindest leicht unter den Werten vor 1998.

Im Durchschnitt billiger

Musste ein durchschnittlicher Haushalt mit einem Jahresstromverbrauch von 3.500 kWh pro Stunde beispielsweise bei der burgenländischen Bewag vor 1998 noch 13,76 Cent je kWh zahlen, so waren es im August 2004 ohne Messentgelte, Steuern, Abgaben und Zuschläge nominell (nicht inflationsbereinigt) nur mehr 11,86 Cent je kWh. Bei der Wien Energie kosten Netz und Energie derzeit 8,92 Cent pro kWh, verglichen mit 10,33 Cent/kWh vor der Liberalisierung. Bei der Steweag-Steg zahlt ein durchschnittlicher Haushaltskunde derzeit 12,00 Cent je kWh, vor 1998 waren es 12,13 Cent. (APA)

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