Venezuela gegen Ausweitung der OPEC-Produktion

20. September 2004, 17:03
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Leichte Entspannung bei Ölpreisen - Weltbank-Chefökonom: Ölpreis wird sich bei rund 30 Dollar einpendeln

Madrid/Amman/Rio de Janeiro - Venezuela ist gegen eine Ausweitung der OPEC-Produktion zur Begrenzung des Preisanstiegs beim Rohöl. Die Förderung der OPEC-Staaten bewege sich schon jetzt nahe der Obergrenze von 26 Millionen Barrel am Tag, sagte der venezolanische Außenminister Jesus Perez am Freitag in Rio de Janeiro.

"Solange Krieg im Irak ist, wird der Ölpreis weiter hoch gehen", sagte Perez zum Abschluss einer Außenministerkonferenz der Rio-Gruppe vor Journalisten. Der Preisanstieg helfe Venezuela bei seinen Programmen zur Armutsbekämpfung, da dem Haushalt ein Durchschnittspreis von 20 Dollar je Barrel Rohöl zu Grunde gelegt worden sei.

Langfristige Stabilisierung

Der Chefökonom der Weltbank geht langfristig von einer Stabilisierung des Ölpreises bei rund 30 Dollar pro Barrel aus. Der gegenwärtige Aufschlag werde mit den derzeitigen politischen Unwägbarkeiten verschwinden, sagte der Weltbank-Chefökonom Francois Bourguignon der spanischen Wirtschaftszeitung "Cinco Dias" (Samstag-Ausgabe). "Wir werden in einigen Monaten zu einem ausgewogenen Preis zurückkehren", sagte Bourguignon. Darunter verstehe er etwa 30 Dollar (24,4 Euro) je Barrel (159 Liter).

Lage im Irak

Am Ölmarkt in New York war am Freitag erstmals die Marke von 49 Dollar überschritten worden. Die Sorte Light Sweet Crude erreichte ein neues Allzeithoch von 49,40 Dollar pro Barrel. Händler nannten als Grund die Furcht vor Versorgungsunterbrechungen durch die angespannte Lage im Irak sowie die drohende Pleite des russischen Ölkonzerns Yukos. Zum Handelsschluss sackte der Preis der Referenzsorte Light Sweet Crude wieder auf 47,86 Dollar ab. Die Nordseesorte Brent fiel um 79 US-Cent auf 43,54 Dollar. (APA)

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