Selbstbehalt bei Bankpleiten geplant

8. September 2004, 13:43
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Zehnprozentiger Selbstbehalt für Einlagen ab 3.500 Euro - Deckungssumme soll auf 30.000 Euro erhöht werden

Wien - Die Regierung will die Einlagensicherung reformieren und plant, für eine Einlagensumme ab 3.500 Euro einen Selbstbehalt von 10 Prozent einzuführen. Gleichzeitig soll die Deckungssumme laut dem in Begutachtung befindlichen Gesetzesentwurf von 20.000 auf 30.000 Euro angehoben werden, berichtet die Tageszeitung "Die Presse" in ihrer Samstagausgabe.

Nur bis zu einer Summe von 3.500 Euro soll im Pleitefall der Selbstbehalt künftig ausgeschlossen sein.

Gegen "Einlagentouristen"

Der nun geplante Selbstbehalt ist vor allem gegen "Einlagentouristen" gerichtet, die ihr Geld bei Banken mit extrem hohen Zinsen deponieren, schreibt die Zeitung. Aus den Aufzeichnungen der Einlagensicherung gehe hervor, dass so mancher Sparer seine aus der BHI-Pleite kassierte Entschädigung schnurstracks bei den später ebenfalls insolventen Instituten Diskontbank und Trigon deponiert habe. Mit Selbstbehalt würde sich derartiges nicht mehr lohnen.

Sowohl die österreichischen Banken als auch die Finanzmarktaufsicht (FMA) drängen auf eine solche Reform der Einlagensicherung. Auch der Internationale Währungsreform (IWF) für Veränderungen bei der Einlagensicherung ausgesprochen. (APA)

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