Dienstlicher Medienkonsum in der KommAustria hat begonnen

4. September 2004, 00:08
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Beobachtung der Werbepraxis heimischer Radio- und TV-Sender durch Medienbehörde läuft bereits - Erster Bericht für Ende August angekündigt

Ist der TV-Werbespot deutlich vom Programm getrennt? Wird im Radio-Gewinnspiel der Preis über den grünen Klee gelobt? Ist die Bierflasche dramaturgisch notwendig, oder steht sie zu Werbezwecken in der Kulisse? Fragen, mit denen sich neuerdings Mitarbeiter der Medienbehörde KommAustria beim professionellen Radiohören und Fernschauen befassen. Seit Anfang August obliegt der Behörde die Beobachtung der Werbepraxis über alle heimischen Radio- und TV-Sender - sowohl ORF, als auch Private. Ende August werden erstmals die Ergebnisse dieses Monitorings veröffentlicht, kündigt Behördenchef Michael Ogris im Gespräch mit der APA an.

Jeden Monat ein Bericht

Jeden Monat ist laut Gesetz ein solcher Bericht zu publizieren, die Beobachtung muss also kontinuierlich vonstatten gehen. Wer aber glaubt, dass in der KommAustria nun veritable TV- und Radio-Junkies logieren, die rund um die Uhr schauen bzw. hören müssen (oder dürfen), irrt. Die Behörde überprüft nicht das gesamte Programm, sondern hält sich an die Erläuterungen des KommAustria-Gesetzes, wo von einem repräsentativen Durchschnitt die Rede ist. Die jeweilige Auswahl wird im Monatsbericht, der auf der Homepage rtr.at abzurufen sein wird, genau definiert, so Ogris.

"Vermutete" Verstöße

Gesetzesverletzungen feststellen könne die Behörde in diesem Bericht indes nicht, betont er einmal mehr. Lediglich von "vermuteten" Verstößen gegen die Werbebestimmungen kann die Rede sein. In so einem Fall sei zuallererst dem betreffenden Sender die Möglichkeit zur Stellungnahme einzuräumen - und räumt der die Bedenken der Behörde aus, wird dies ebenfalls publiziert. Bleibt die KommAustria weiterhin bei ihrer Vermutung, folgt ein Verfahren. Für den ORF allerdings ist da der Bundeskommunikationssenat zuständig, dem die Behörde ihre Erhebungen anzeigen muss. Bei Privatsendern kann die Behörde das Verfahren selbst einleiten. (APA)

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