ÖIAG sagt Aufsichtsratssitzung für Sonntag ab

8. September 2004, 14:13
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Nächste Sitzung für 17. September angesetzt - Telekom-Aktie nach Platzen des Swisscom-Deals weiter im Minus

Wien - Nach dem Scheitern der Pläne zum Verkauf der Telekom Austria (TA) an die Swisscom hat der Aufsichtsrat der österreichischen Staatsholding ÖIAG eine für Sonntag geplante Sitzung wie erwartet abgesagt. Das teilte die ÖIAG am Freitagvormittag mit. Bei der Sitzung, die erst am vergangenen Montag angekündigt worden war, hätte der Swisscom-Deal ursprünglich endgültig abgesegnet werden sollen. Die Gespräche zwischen ÖIAG und Swisscom waren am Donnerstag aber völlig überraschend abgebrochen worden.

Stattdessen will die ÖIAG - wie ursprünglich geplant - weitere 17 ihrer derzeit noch 42,2 Prozent an der Telekom Austria über die Börse verkaufen. Ein entsprechender Beschluss hatte der ÖIAG-Aufsichtsrat bereits Anfang Mai gefasst, dieser soll nun bei der nächsten turnusmäßigen Aufsichtsratssitzung der ÖIAG am 17. September erneuert werden - möglicherweise mit dem Zusatz, dass der weitere Börsenverkauf nicht wie ursprünglich beschlossen noch heuer, sondern unter Umständen auch im nächsten Jahr erfolgen kann.

Abkühlphase gebraucht

Finanzminister Karl-Heinz Grasser hatte Freitagfrüh erklärt, dass "es zunächst sicher noch eine Abkühlphase brauchen wird, wo die Märkte sich nach dieser Information (gemeint ist das Scheiten des Verkaufs an die Swisscom, Anm.) beruhigen können". Der Kurs der "Volksaktie" Telekom Austria war gestern, Donnerstag, nach Bekanntwerden des Abbruchs der Gespräche mit der Swisscom schlagartig von mehr als 14 auf 11,40 Euro um rund 20 Prozent eingebrochen.

Am Freitagvormittag notierte die TA-Aktie an der Wiener Börse weiter leicht im Minus. Mit 11,34 Euro wurde das Papier gegen 10:30 Uhr erneut rund 0,5 Prozent unter dem Schlusskurs des turbulenten Vortages gehandelt.(APA)

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