Das heimische "Wä"

29. Oktober 2004, 12:13
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Ein Sprachführer von "Wä", "Owö", "Awä" bis "Greuwä"

Vielleicht können jene Autoren, die sich gerade der Rettung der Sprache "Österreichisch" annehmen, meinen kleinen Wä-Sprachführer verwenden. Ohne "wä" kommen wir nämlich nicht weit. Hier die häufigsten Wortspenden:

: Ausdruck der Abscheu. Pfui!

Owä: Hinunter. Oft im Befehlston: Aufforderung an einen, sich nach unten zu bewegen.

Awä: Immer seltener mit "Maria". Wird zumeist auf der zweiten Silbe betont und bedeutet: ein Weh, Würstchen, Verlierertyp.

Auwä: Schmerzbegleitender oder vorwegnehmender Ausdruck der (oft geheuchelten) Anteilnahme am Leid eines anderen.

Auwäauwä: Schmerzbegleitender oder vorwegnehmender Ausdruck der (niemals geheuchelten) Anteilnahme am eigenen Leid.

Uwä: Deutscher Name, wird hier selten verwendet.

Düwä: Eine Hülse, in die eine Schraube hineingedreht werden kann. Auch: Von einer Gelse verursachte Wölbung der Haut.

Kaiwä: Kalb. Schwerer Hund. Dickes Kind.

Haiwä: Hauptstraße.

Kuawä: Kurbel. Zeitwörtlich: Kuawä owä! (Kurbel hinunter!)

Meiwä: "I did it (. . .). Rechte bei Frank Sinatra.

Greuwä: Krempel. Gerümpel. Alter Kram. Unnötiges Zeug. Deutsche Sprache.
(DER STANDARD, Printausgabe, 20.8.2004)

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    grafik: derstandard.at
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