Fernsehfilmförderung: Medienbehörde nun "rigoros" mit ORF

14. September 2004, 11:17
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Förderung von TV-Filmen nur, wenn Rechte rechtzeitig an Produzenten zurückfallen

Lob für die neue österreichische Förderung von TV-Filmen brachte die APA aus Hamburg mit, wo ORF und NDR die Ost/West- Liebesgeschichte "Ein glücklicher Tag" präsentierten. Heimische Produzenten klingen etwas weniger euphorisch.

Ihr Verband beschwerte sich bei der Rundfunk- und Telekomregulierung über einen allzu fordernden ORF. Warum gerade dort? Die RTR fördert seit 2004 Fernsehfilme und Dokumentationen mit insgesamt 7,5 Millionen Euro pro Jahr. Ziel: Anreize für den Produktionsstandort Österreich. Da sei die Subvention "jedenfalls eine Bereicherung", sagte Produzentin Regina Ziegler in Hamburg. Vier ihrer Projekte fördert die RTR.

Was also haben die Produzenten auszusetzen? Zum Beispiel, dass der ORF sich die Rechte an solchen Produktionen über deutlich längere Zeiträume sichern will, als es die Richtlinien der RTR vorsehen. Nach sieben Jahren sollen Rechte an Dokumentationen, nach spätestens zehn Jahren jene an TV-Serien an den Produzenten zurückfallen.

"Dies war bisher beim ORF keinesfalls die Regel", bestätigt RTR-Manager Alfred Grinschgl auf Anfrage, "auch nicht bei deutschen Anstalten". Im ersten Halbjahr habe es "eine Reihe von begründeten Ausnahmen mit deutlichen Überschreitungen" gegeben, vor allem bei Projekten, die angebahnt wurden, bevor der Fonds eingerichtet war.

Ab 2005 gelten neue Richtlinien (die alten genehmigte die EU nur bis dahin). Dann gilt laut Grinschgl: "Wir müssen und werden in der Kernfrage Rechterückfall sehr rigoros sein." Akzeptiert der ORF das nicht, "kann er das in bei einer Auftragsproduktion oder einer anderen Finanzierungsform tun, aber nicht mit Fördergeldern der RTR". (fid/DER STANDARD, Printausgabe, 20.8.2004)

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