Leistungsbilanz im ersten Halbjahr mit weniger Überschuss

9. September 2004, 13:17
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Überschuss aus Waren- und Dienstleistungszahlungen angestiegen - Höhere Abflüsse aus der Einkommens- und der Transferbilanz

Wien - Die österreichische Leistungsbilanz ergab auf Basis von Zahlungsströmen für den Zeitraum Jänner bis Juni 2004 mit 1,32 Mrd. Euro einen geringeren Überschuss als in den ersten sechs Monaten 2003 (1,78 Mrd. Euro). Wie die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) am Donnerstag dazu in Wien erklärte, waren dafür höhere Defizite aus laufenden Transfers sowie aus Einkommen verantwortlich.

Reiseverkehrssaldo unverändert

Waren- und Dienstleistungszahlungen lagen per Ende Juni mit 2,73 Mrd. Euro um rund eine halbe Milliarde Euro über dem Vergleichswert 2003, bedingt durch einen Anstieg der Exporte und der Importe. Nahezu unverändert war der Reiseverkehrssaldo, der einen Überschuss in Höhe von 2,36 Mrd. Euro ergab.

Die Einkommensbilanz, die in der Vergleichsperiode noch einen Überschuss von 0,24 Mrd. Euro aufgewiesen hatte, zeigte im ersten Halbjahr 2004 ein Defizit in Höhe von 0,17 Mrd. Euro. Insbesondere der Nettoabfluss aus Wertpapiererträgen in Höhe von 0,85 Mrd. Euro (nach 0,53 Mrd. Euro im Vergleichszeitraum 2003) war für das Ergebnis bestimmend. Nettoeinkommen aus Direktinvestitionen ergaben Abflüsse von 0,10 Mrd. Euro, während Einkommen aus Sonstigem (insbesondere aus Krediten und Einlagen) sowie Erwerbseinkommen Zuflüsse zeigten.

Die Bilanz der laufenden Transfers schloss im Berichtszeitraum mit einem Abgang von 1,25 Mrd. Euro (Jänner-Juni 2003: 0,64 Mrd. Euro). Der Großteil davon entfiel auf den Bereich öffentliche Transfers, der durch die Zahlungen an und von EU-Institutionen bestimmt ist.

Die Kapitalbilanz wies im ersten Halbjahr 2004 Nettokapitalzuflüsse aus Portfolioinvestitionen und Nettokapitalabflüsse aus Direktinvestitionen sowie aus Sonstigen Investitionen und Finanzderivaten auf.

Unternehmensbeteiligungen rückläufig

Bei grenzüberschreitenden Unternehmensbeteiligungen gab es im Zeitraum Jänner bis Juni 2004 Rückgänge: Österreichs Direktinvestitionen im Ausland fielen mit 1,38 Mrd. Euro um ein Viertel geringer aus als im Vergleichszeitraum 2003. Niedriger waren auch ausländische Direktinvestitionen, die in den ersten sechs Monaten 2004 nur 0,59 Mrd. Euro erreichten (nach 0,91 Mrd. Euro im Vergleichszeitraum 2003).

Wie in den vergangenen Monaten entwickelten sich die grenzüberschreitenden Portfolioinvestitionen auch im Juni 2004 dynamisch: Österreichische Anleger investierten allein in diesem Monat 3,73 Mrd. Euro in ausländische Wertpapiere, wobei rund ein Fünftel auf Anteilsscheine entfiel. Im ersten Halbjahr 2004 flossen für Wertpapierkäufe insgesamt 19,82 Mrd. Euro an das Ausland ab. Auch österreichische Wertpapiere fanden steigenden Absatz, der sich von Jänner bis Juni 2004 auf 20,80 Mrd. Euro belief (Vergleichszeitraum 2003: 17,21 Mrd. Euro). Der Bereich Sonstige Investitionen wies Nettokapitalexporte in Höhe von 0,23 Mrd. Euro auf (nach 10,41 Mrd. Euro im Vergleichszeitraum). Die offiziellen Währungsreserven nahmen transaktionsbedingt um 1,19 Mrd. Euro ab. (APA)

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