"3" dementiert Kündigungswelle und Pläne für One-Übernahme

8. September 2004, 14:05
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Laut "News" will UMTS-Anbieter Hutchison 3G Austria ("3") nach striktem Sparprogramm die Mehrheit an Österreichs drittgrößtem Handynetz-Betreiber übernehmen - Hutchison-Chef widerspricht: "Kein Interesse"

Wien - "Wir haben kein Interesse an One", erklärte am Mittwoch der Chef des österreichischen UMTS-Anbieters "3", Berthold Thoma, zu einem Vorab-Bericht der Info-Illustrierten "News", wonach "3" mit der Übernahme des drittgrößten heimischen Mobilfunkbetreiber One "spekuliere". "Diese Behauptung war, ist und bleibt ein Gerücht", so Thoma in einer Pressemitteilung. One meinte auf APA-Anfrage in einer ersten Stellungnahme: "Wir kommentieren keine Gerüchte".

Trend zu Auslagerungen

Relativiert wird vom UMTS-Pionier die Aussage von "News", wonach "3" zuvor bis zu 350 der 510 Mitarbeiter abbaue. Man überlege sich, jene Bereiche, die nicht zum unmittelbaren Kerngeschäft gehören, auszulagern, so Thoma. Mitte Juli wurden dafür von "3" die Bereiche Netzbetrieb und IT-Entwicklung genannt, wobei die "3"-Mitarbeiter beim neuen Auftragnehmer weiterbeschäftigt würden. Die aktuellen Kundenzahlen will "3" kommenden Freitag in einer Pressekonferenz bekannt geben. Vorweg meinte Thoma: "Wir sind mit der Entwicklung sehr zufrieden."

"3", eine Tochter des Hongkonger Mischkonzern Hutchison Whampoa Limited, folgt mit der Auslagerung einem internationalen Trend, der auch schon in Österreich seine Spuren hinterlassen hat. Der vierte österreichische Handynetzbetreiber tele.ring hatte 2002 mit dem Telekom-Ausrüster Alcatel einen Wartungsvertrag für das eigene Handynetz geschlossen und die Übernahme von 42 tele.ring-Mitarbeitern in das österreichische Service Team von Alcatel vereinbart.

Sozialplan für One-Mitarbeiter

One hatte im Vorjahr Management, Betrieb und Wartung des Mobilfunknetzes ebenfalls an Alcatel ausgelagert, 200 Mitarbeiter waren von One zu Alcatel gewandert. Mitte Mai 2004 hatte One dann die Handybranche geschockt und den Abbau von 225 der rund 1.100 Mitarbeiter angekündigt. Für sie wurde ein Sozialplan erstellt.

Der UMTS-Erfolg ist bisher weit unter den ursprünglichen Erwartungen für die neue Technologie geblieben, die eine schnellere Daten-Übertragungsrate und Videotelefonie erlaubt. Hutchison hatte Anfang Mai 2003 nahezu zeitgleich mit der Mobilkom Austria UMTS in Österreich gestartet, zu diesem Zeitpunkt war man noch von einer "hohen fünfstelligen Kundenzahl" bis Ende 2003 ausgegangen. Bis Mai 2004 hatte Hutchison dann 55.000 Kunden akquiriert. Die Mobilkom hat inzwischen die Bewerbung von UMTS eingestellt, T-Mobile und One haben erst gar nicht mit einem großen Marktauftritt begonnen, wenngleich ihr Netz schon on Air ist. (APA)

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