Alte neue Rakete im All

7. Oktober 2004, 11:27
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Rennen um kommer­ziellen Raumflug gewinnt an Tempo: "Canadian Arrow" hat Landeflug von "Red Eagle" erfolgreich getestet

London - Das Rennen um den kommerziellen Raumflug gewinnt an Tempo: "Canadian Arrow", ein Privatunternehmen aus dem kanadischen London (Ontario), hat den Landeflug seiner Rakete "Red Eagle" erfolgreich getestet. Von 2743 Metern Höhe aus sei die Kapsel an Fallschirmen sanft zu Boden geglitten, gab das Unternehmen Dienstag bekannt. Als Nächstes soll die Rakete die Grenze zur Schwerelosigkeit erreichen. "Canadian Arrow" bemüht sich damit um den Zehn-Mio.-Dollar-"Ansari X-Prize" für den ersten privaten Raumflug.

Von den 26 Mitbewerbern gilt die Weltraumfirma als eine der Hand voll mit Chancen. Sponsoren sind Unternehmen aus dem amerikanischen Kontinent. Geoffrey Sheerin, Firmenchef und Industriedesigner, setzt auf einen alten Entwurf: die Technik der V2. "Hitlers Wunderwaffe", die eine tödliche Bombenfracht über den Ärmelkanal brachte, diente auch der US-Mondrakete als Vorbild. Lediglich eine zusätzliche Raketenstufe musste eingesetzt werden, um den Weltraum erreichen zu können.

Mit einer "Astronauten-Ausbildung" macht "Canadian Arrow" möglichen Weltraumtouristen den Mund wässrig: 14 Tage Training sollen Laien jeder Statur fit für das All machen. Was wie ein PR-Gag aussieht ist beinharte Kalkulation: Der Nachbau der V2 hätte Kosten gespart. Über den Betrag schweigt sich das Unternehmen aber aus. Möglicherweise könnte es tatsächlich Reisen ins All zum Preis von Flugtickets anbieten. (Eva Stanzl/DER STANDARD, Printausgabe, 18.8.2004)

  • Umgebaute V2 spart Geld: Der Lande-Testflug von "Canadian Arrow" ist geglückt. Nun bietet das Unternehmen Astronautenausbildungen für Weltraumtouristen an.
    foto: canadian arrow

    Umgebaute V2 spart Geld: Der Lande-Testflug von "Canadian Arrow" ist geglückt. Nun bietet das Unternehmen Astronautenausbildungen für Weltraumtouristen an.

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