Casinos spürten schlechte Konjunktur

8. September 2004, 13:29
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Casinos Austria mit 4,8 Prozent weniger Bruttospielertrag im Halbjahr in Österreich - Gruppe mit zwölf Prozent mehr Einnahmen

Bregenz - Deutliche Ertragsrückgänge mussten die Casinos Austria im ersten Halbjahr 2004 hinnehmen: Die zwölf österreichischen Häuser erwirtschafteten einen Bruttospielertrag von 105 Mio. Euro, das entspricht einem Minus von 4,8 Prozent. Für die Rückgänge machte Generaldirektor-Stellvertreter Emil Mezgolits bei einer Pressekonferenz am Dienstag in Bregenz die schlechte Konjunktur verantwortlich. Die Casinos Austria Gruppe konnte die Einnahme um 12,4 Prozent auf 1,27 Mrd. Euro steigern.

Trend hin zu Automatenspielen

"Die Casinos haben, genauso wie alle anderen, gespürt, dass die Konjunktur nicht immer brüllend war", formulierte Mezgolits. In wirtschaftlich schwächeren Zeiten seien die Besucher bei den Ausgaben im Casino deutlich zurückhaltender. Die Zahl der Gäste lag stabil bei rund 1,2 Millionen Besuchern. Die Spielautomaten lieferten 71 Mio. Euro Bruttospielertrag (68 Prozent), die Spieltische 34 Mio. Euro (32 Prozent). Es gebe weltweit einen Trend weg von den Spieltischen hin zu Automatenspielen, so Mezgolits. Zwei Drittel der Gäste kamen im ersten Halbjahr aus Österreich, der Rest aus dem Ausland. 16 Prozent der Besucher waren zum ersten Mal in einem Casino.

Mit Abstand ertragsstärkstes Haus war auch in den ersten sechs Monaten dieses Jahres das Casino Wien mit einem Bruttospielertrag von 26,2 Mio. Euro (-3,3 Prozent). Auf den Plätzen folgen Innsbruck mit 12,9 Mio. Euro (+5,1 Prozent) und Bregenz (-6,9 Prozent). Den größten Rückgang verzeichnete das Casino Kleinwalsertal mit einem Minus von 29,7 Prozent auf 1,3 Mio. Euro. Innsbruck habe sich bei Südtiroler Gästen sehr gut positionieren können, hieß es bei der Pressekonferenz. Das Haus im Kleinwalsertal, wo 95 Prozent der Besucher aus Deutschland kommen, litt unter der großen Ausgabenzurückhaltung der Deutschen.

Erfolgreich im Ausland

Deutlich erfolgreicher verlaufen die Auslandsengagements der Casinos Austria Gruppe: Die Einnahmen stiegen im ersten Halbjahr um 12,4 Prozent auf 1,27 Mrd. Euro. Die Zahl der Gäste erhöhte sich sogar um 15,1 Prozent auf 8,4 Millionen. In den 67 Spielbetrieben in 16 Ländern sowie auf Kreuzfahrtschiffen sind derzeit 9.550 Mitarbeiter beschäftigt. Die Österreichische Lotterien GmbH, an der die Casinos Austria mit 34 Prozent beteiligt sind, konnte ihren Umsatz im ersten Halbjahr um 13,7 Prozent auf 751,7 Mio. Euro steigern. Der Umsatz der von den Lotterien betriebenen Internet-Plattform win2day.at legte dabei um 63 Prozent auf 200,4 Mio. Euro zu. (APA)

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