Erste setzt auf Wachstum in Zentraleuropa

8. September 2004, 13:44
1 Posting

Interesse an Zukäufen in Rumänien, Ungarn und Kroatien - Haftungsverbund-Sparkassen im ersten Halbjahr operativ schwächer

Wien - Die Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen setzt in ihrer Wachstumsstrategie weiterhin auf Zentraleuropa. Die Erste Bank werde vom steigenden Wohlstand in diesen Ländern profitieren, so Erste Bank-Generaldirektor Andreas Treichl heute, Dienstag, bei der Halbjahrespressekonferenz. An weiteren Zukäufen interessiert sei die Erste vor allem in Rumänien, aber auch in Ungarn und Kroatien.

Interesse am Einstieg in Rumänien

Beim operativen Ergebnis (Betriebsergebnis) liegt das Österreich-Geschäft mit 407 Mio. Euro zwar noch vor dem kumulierten Ergebnis der Töchter in Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Kroatien mit 266 Mio. Euro, die Relation verschiebe sich aber zu Gunsten von Zentraleuropa, so Treichl. Es seien in der Region stärkere operative Ertragszuwächse zu erwarten als in Österreich, weil das Wachstum stärker sei.

Akquisitionen in Tschechien, der Slowakei und Österreich seien nicht geplant. Bekräftigt hat der Erste Bank-Generaldirektor das Interesse am Einstieg in Rumänien. Interesse bestehe vor allem an der zur Privatisierung anstehenden rumänischen Großsparkasse CEC (Casa de Economii si Consemnatiuni). Allerdings sei der Start des Verkaufsprozesses noch offen, derzeit sei man auf der Suche nach einem Privatisierungsberater. In Ungarn und Kroatien würde sich die Erste Bank eine zusätzliche Retail-Bank anschauen, sollte sie zum Verkauf stehen.

Ausstieg aus Bieterprozess in Serbien

Vorerst nicht aktiv werden dürfte die Erste Bank in Serbien. Man habe das Informationsmemorandum für die zum Verkauf stehende serbische Jubanka geprüft, es sei aber "sehr wahrscheinlich", dass die Erste Bank aus dem Bieterprozess wieder aussteigen werde.

Möglichst rasch zur Gänze übernehmen will die Erste Bank im kommenden Jahr ihre slowakische Tochter Slovenska Sporitelna, an der sie bereits 80 Prozent hält. Die verbleibenden Anteile (19,99 Prozent) an der Slovenska Sporitelna sind im Besitz der EBRD ("Osteuropabank"). Diese Anteile können im Rahmen einer Call/Put-Option, die ab 1. Jänner 2005 zu laufen beginnt, erworben werden. Diese werde man so früh wie möglich ausnutzen. Die vollständige Übernahme werde ein guter Kauf sein, der Preis betrage den zweifachen Buchwert.

Erfreuliche Entwicklung im Inland

Das Inlandsgeschäft habe sich bis auf die Haftungsverbund-Sparkassen und das Bauspargeschäft sehr erfreulich entwickelt. Die Sparkassen wiesen beim operativen Ergebnis im ersten Halbjahr 2004 ein Minus von 6,7 Prozent auf 172,8 Mio. Euro aus. Dies werde sich allerdings verbessern, erwartet Treichl. Der Aufholprozess bei den Sparkassen, die mehr als die Erste Bank selbst unter der Zinsentwicklung gelitten hätten, sei erfreulich.

Zu den Verhandlungen über das neue Dienstrecht bei den Sparkassen verwies Treichl auf die derzeit laufenden Verhandlungen. Nach dem derzeitigen Stand könnte es zu einem Ergebnis kommen, das beide Seiten befriedige. Die Zeichen für ein Ergebnis in vier bis fünf Wochen stünden gut.

Keine Aussagen zur Dividende

Keine Aussage wollte Treichl bei der heutigen Präsentation der Halbjahreszahlen zur Dividende machen. Dies sei noch verfrüht, man wolle das dritte Quartal abwarten. Die Dividende werde sich aber im Rahmen des Vorjahres bewegen.

Für das Gesamtjahr werde ein Konzern-Jahresüberschuss von mehr als 500 Mio. Euro erwartet, so Treichl zum Ausblick. Bekräftigt wurde heute auch das Ziel, im Jahr 2005 einen Konzernjahresüberschuss von mindestens 600 Mio. Euro zu erwirtschaften. Die Kosten/Ertragsrelation (Return on Equitiy/RoE) soll im kommenden Jahr 18 Prozent erreichen, damit sei die Erste Bank dann in der obersten Liga angelangt. (APA)

Share if you care.