Gorbach: "Gegen alles, was heterosexuelle Beziehungen gefährden könnte"

16. September 2004, 10:39
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Vizekanzler sieht keinen Änderungsbedarf - Lunacek verteidigt Zivilpakt - Fenz: Gleichstellung würde "Ungleichheit" bringen

Wien - Vizekanzler Hubert Gorbach (F) hat sich am Dienstag gegen Ehe oder Adoption für gleichgeschlechtliche Paare gewandt. Die Grün-Abgeordnete Ulrike Lunacek verteidigte den Zivilpakt-Vorschlag ihrer Partei - und der Präsident des Katholischen Familienverbands, Johannes Fenz, wandte sich zwar gegen Diskriminierung bestimmter Lebensformen, betonte aber, dass man eine Ungleichheit schaffe, wenn man gleichgeschlechtliche Partnerschaften Familien mit Kindern gleichstelle.

Gorbach sagte in einer Aussendung, "ich sehe keinen Änderungsbedarf und bin gegen alles, was heterosexuelle Beziehungen schwächen könnte. Die Familie ist Kernzelle der Gesellschaft und erfüllt wichtige Aufgaben. Sie steht für uns absolut im Vordergrund und genießt höchsten Stellenwert". Niemand solle diskriminiert oder ungerecht behandelt werden, so Gorbach. In rechtlichen Randbereichen könne er sich daher auch Diskussionen vorstellen. Die Legalisierung von Ehe oder Adoption von gleichgeschlechtlichen Paaren komme für ihn allerdings nicht in Frage, betonte er.

"Keine Ehe light"

Lunacek wandte sich am Dienstag gegen Kritik von Vertretern der SPÖ sowie des Rechtskomitees Lambda, wonach der von den Grünen vorgeschlagene Zivilpakt weniger wert sei als eine Eingetragene Partnerschaft. Das Grünen-Konzept orientierte sich aber am niederländischen, und nicht am französischen Modell, so die Grün-Abgeordnete. Der Zivilpakt wäre daher "keine Ehe light", sondern es würde sich um ein neues Rechtsinstitut handeln, "das im wesentlichen die Rechte und Pflichten der Ehe beinhaltet".

Fenz wiederum betont in einem Interview in der jüngsten Ausgabe der katholischen Wochenzeitung "Die Furche", "ich sehe nicht ein, dass Leute, die gegen die Homo-Ehe sind, als Vertreter des Mittelalters verunglimpft werden". Derzeit habe er den Eindruck, "dass auch sehr viel Intoleranz gegenüber den Positionen der katholischen Kirche besteht. Man möge doch bitte auch die Positionen einer Glaubensgemeinschaft respektieren". (APA)

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