Gusenbauer: "Lasse mir Reformwerk von absolut niemandem gefährden"

27. September 2004, 17:48
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SP-Chef: "Ich sage das prophylaktisch, damit sich jeder auskennt" - Wer Kurs­debatte will, soll sich "offener Aus­einandersetzung stellen"

Wien - Mit zehntägiger Verspätung gab es am Dienstag auch von SP-Chef Alfred Gusenbauer eine Stellungnahme zur "Putsch"-Diskussion in der SPÖ. Der frühere SP-Finanzminister Hannes Androsch hatte ja davor gewarnt, dass Ex-Kanzler Franz Vranitzky Gusenbauer durch den Chef der RTL-Gruppe, Gerhard Zeiler, ablösen lassen möchte. Bei einer Pressekonferenz meinte Gusenbauer am Dienstag, er beschäftige sich wenig mit Gerüchten. Kritikern richtete er aber "prophylaktisch" aus, dass er an seinem eingeschlagenen Kurs festhalten werde.

Er werde beim nächsten Parteitag als Parteivorsitzender und Kanzlerkandidat antreten, stellte Gusenbauer klar. Jeder der sich konstruktiv einbringen wolle, sei dazu "herzlich" eingeladen. Es müsse aber klar sein, dass er sich sein "Reformwerk von absolut niemandem gefährden lassen" werde, sagte Gusenbauer. Unter seiner Führung sei die Partei in den letzten Jahren finanziell und organisatorisch erneuert worden, es seien programmatische Alternativen zur Regierung erarbeitet worden und die SPÖ sei jederzeit bereit, Regierungsverantwortung zu übernehmen, verteidigte Gusenbauer seinen Kurs.

Wenn jemand eine Debatte über einen anderen Kurs führen wolle, so solle man sich einer "offenen Auseinandersetzung stellen". Ob er hier eine Gefahr von jemandem bestimmte sehe? "Ich sage das prophylaktisch, damit sich jeder auskennt", so der Parteichef. (APA)

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    Gusenbauer zur "Putsch"-Diskussion: Wenn jemand eine Debatte über einen anderen Kurs führen wolle, solle man sich einer offenen Auseinandersetzung stellen.

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