OMV-Chef erwartet Ölpreisrückgang

8. September 2004, 13:11
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Rückgang auf OPEC-Zielvorstellungen erwartet - OMV verdient gut an Preisanstieg, Dollarschwäche belastet aber

Wien - OMV-Generaldirektor Wolfgang Ruttenstorfer erwartet, dass die derzeit hohen Ölpreise in absehbarer Zeit wieder sinken und in das Band der OPEC-Zielvorstellungen zurückgehen werden. Dem sollten dann auch die Produktpreise folgen, meinte Ruttenstorfer am Dienstag im Halbjahres-Pressegespräch. Der aktuelle Ölpreis erfülle auch die OMV mit Sorge, da er Ausdruck einer gespannten Weltlage sei.

Produzenten werden für Beruhigung sorgen

Ruttenstorfer zeigte sich überzeugt, dass die Ölproduzenten "alles" tun werden, um den Ölpreis "doch wieder zu beruhigen" und verwies dazu auf das weltgrößte Förderland Saudi-Arabien. Der saudische Kronprinz Abdullah hatte am Montag erklärt, dass das führende OPEC-Mitglied werde das äußerste tun, um die Preise zu senken. Sein Land werde so viel fördern "wie die Ölfelder hergeben". Ziel Saudi-Arabiens sei es, dass sich der derzeit von Rekordhoch zu Rekordhoch kletternde Ölpreis bei einem Preis zwischen 25 und 30 Dollar pro Barrel (knapp 159 Liter) einpendele.

Der Ölpreis werde "doch wieder in das Band der OPEC-Zielvorstellungen münden wird", meinte der OMV-Chef am Dienstag. Offiziell strebt die Organisation Erdöl exportierender Länder noch immer Preise zwischen 22 und 28 Dollar pro Fass an. Da jedoch auch der OPEC-Ölpreis zuletzt auf immer neue Rekordhöhen geklettert ist - zuletzt auf 41,70 Dollar (33,8 Euro) an diesem Montag, wird schon seit einiger Zeit eine Anhebung des Preisbandes nicht ausgeschlossen. Noch vor kurzem hatte der Vize-Generalsekretär der Organisation, Maizar Rahman, bekräftigt: "Wir halten vorerst an diesem Preisband fest." Dagegen äußerte der venezolanische Ölminister Rafael Ramirez vergangenen Freitag die Hoffnung, dass die OPEC bei ihrem Treffen am 14. September in Wien das offizielle Preisband anheben wird.

30 Dollar wären vernünftig

Sollten die Rohölpreise an die 30 Dollar je Fass zurückgehen, wäre das "sehr vernünftig", meinte Ruttenstorfer am Dienstag: "Wir würden das begrüßen - und wir rechnen damit." Im Jahr 2004 erwartet die OMV den Rohölpreis im Schnitt über dem Vorjahresniveau von damals 28,84 US-Dollar pro Fass, wie aus dem Halbjahresbericht hervorgeht.

Heuer im 1. Halbjahr lag der vom Konzern erzielte durchschnittliche Rohölpreis mit 30,75 Dollar (derzeit 24,93 Euro) je bbl deutlich - um 15,3 Prozent - über dem gleichen Zeitraum des Vorjahres (26,67 Dollar). Allerdings wurde dies durch den Rückgang bei den Erlösen aus dem Verkauf von Gas und dem Anstieg des Euro gegenüber dem Dollar um 11 Prozent mehr als kompensiert.

20 Millionen Euro pro Dollar

Jeder Dollar mehr Ölpreis erhöht das EBIT (Betriebsergebnis) der OMV auf ein ganzes Jahr bezogen um 20 Mio. Euro, wie Ruttenstorfer am Dienstag sagte. Bei zum Beispiel 5 Dollar mehr wären dies 100 Mio. Euro zusätzliches Ergebnis im Jahr. Wird der Dollar zum Euro schwächer - wie zuletzt -, so kosten jeweils 10 Cent wiederum 40 Mio. Euro aufs Jahr durchgerechnet.

Die OMV-Aktien gaben am Dienstag nach den Halbjahreszahlen bis zu Mittag um 0,51 Prozent auf 177,05 Euro nach. (APA)

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