"Österreich hilft Darfur": "Nachbar in Not" startet Spendenaufruf

8. September 2004, 13:19
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Hilfsaktion für Krisenregion im Sudan unter der Patronanz von Bundespräsident Fischer: "Das sind unsere Mitmenschen"

Wien - Mehr als eine Million Menschen sind derzeit in der westsudanesischen Region Darfur auf der Flucht vor arabischen Reitermilizen. Unsagbares Leid, Hunger, Krankheiten, drohende Seuchen und dramatische Einzelschicksale kennzeichnen eine humanitäre Katastrophe enormen Ausmaßes. Österreichs größte private Hilfsorganisation "Nachbar in Not" startete heute, Dienstag, offiziell seine Spendenaufrufe in Radio und Fernsehen. Zum "Startschuss" im ORF-Zentrum am Küniglberg kam auch Bundespräsident Heinz Fischer, unter dessen Patronanz die Aktion "Österreich hilft Darfur" steht.

"Die Opferzahlen steigen von Tag zu Tag - Helfen ist deshalb nicht nur außerordentlich wichtig, sondern auch eine schöne Aufgabe", betonte Fischer im Rahmen einer Pressekonferenz. Bereits mit kleinen Beträgen könne man "sehr viel bewirken": "Ich bitte unsere Landsleute, sich die Situation im Sudan vor Augen zu führen - das sind unsere Mitmenschen", appellierte der Bundespräsident an die traditionell hohe Spendenbereitschaft der heimischen Bevölkerung.

"Österreich schaut nicht weg!", "Mit zehn Euro sichern sie einer fünfköpfigen Flüchtlingsfamilie einen Monat das Überleben" - so lauten unter anderem die Slogans der "Nachbar in Not"-Hilfsaktion, die in den kommenden Wochen via Radio und TV ausgestrahlt werden. "Wer die Bilder aus dem Sudan gesehen hat, dem ist klar: Hier muss etwas geschehen", bekräftigte auch ORF-Generalintendantin Monika Lindner ihre Unterstützung. "Es ist für uns ja völlig unvorstellbar, was dort passiert, da bleibt einem die Luft weg", so Lindner.

Mittlerweile ist "Nachbar in Not" eine Stiftung und kooperiert im Darfur mit Care, Volkshilfe, Hilfswerk Austria, Diakonie Österreich, Samariterbund, dem Malteser Hospitaldienst, der Caritas, dem Roten Kreuz und mit "Ärzte ohne Grenzen". "Die Menschen in den Flüchtlingslagern müssen bis mindestens Ende 2005 versorgt werden, sie sitzen buchstäblich auf der nackten Erde", berichtete Caritas-Generalsekretär Franz Prüller. "Jetzt beginnt die Regenzeit, es drohen Seuchen - wir stehen erst am Anfang einer humanitären Katastrophe."

Spenden-Erlagscheine liegen in allen Banken und Postämtern des Landes auf, die PSK-Kontonummer lautet: 91 091 200. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, auch über Internet finanzielle Hilfe zu leisten. (APA)

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