Rekordwerte im ersten Quartal

8. September 2004, 13:35
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Umsatz stieg um 18,9 Prozent, EBIT stieg um 21,8 Prozent - Quartalszahlen deutlich über Analystenerwartungen

Wien - Der voestalpine-Konzern hat im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2004/05 sowohl Umsatz als auch EBITD und EBIT auf die bisher höchsten Werte der Unternehmensgeschichte gesteigert. Der Umsatz steig um 18,9 Prozent auf 1,353 Mrd. Euro, der Betriebserfolg vor Abschreibungen (EBITD)um 10,3 Prozent auf 162,4 Mio. Euro, der Betriebserfolg (EBIT) um 21,8 Prozent auf 91,1 Mio. Euro, teilte das Unternehmen am Dienstag ad-hoc mit. Die Quartalszahlen lagen deutlich über den Analystenschätzungen.

Zahlen weit über Erwartungen

Heimische Aktienexperten rechneten im Vorfeld im Durchschnitt mit einem Anstieg beim Betriebsergebnis (EBIT) um 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresvergleichszeitraum und beim Umsatz mit einem Plus von 9,1 Prozent.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EGT) lag im Zeitraum April bis Juni mit 78,1 Mio. Euro um 2,5 Prozent unter dem Vorjahreswert. Allerdings war im Vorjahr ein außerordentlicher Erlös von 17 Mio. Euro aus dem Verkauf der VA-Tech-Beteiligung enthalten. Der Periodenüberschuss blieb mit 50,4 Mio. Euro in etwa auf Vorjahresniveau. Der Gewinn je Aktie verringerte sich marginal von 1,29 auf 1,28 Euro je Aktie.

Verschuldung reduziert

Die Nettofinanzverschuldung wurde von 779,6 Mio. Euro auf 621,3 Mio. Euro reduziert. Dies entspreche einer deutlich gesunkenen Gearing Ratio von 31,4 Prozent gegenüber 42,4 Prozent in der Vergleichsperiode 2003/04. Per 30. Juni 2004 beschäftigte der voestalpine-Konzern 23.576 Mitarbeiter. Dies entspricht einem Zuwachs von rund 4 Prozent.

Im Gesamtjahr 2004/05 geht der voestalpine-Konzern von der Fortsetzung des bisherigen Trends aus. Das Konzernergebnis soll auf Vorjahresniveau liegen, hieß es heute. Damit sollte die rund 50 Mio. Euro an Ergebnisbelastung aus dem weitgehenden Neubau des Großhochofens in Linz durch eine entsprechend verbesserte operative Entwicklung kompensiert werden.

Schätzungen für das Gesamtjahr

Die Einschätzung für das Gesamtjahr basiert auf der weiterhin guten Entwicklung in den Divisionen Stahl und Profilform, die schon das Ergebnis des ersten Halbjahres geprägt haben. Der Konzern geht davon aus, dass die starke - vor allem von China getriebene Nachfrage - nach Stahl auch in den kommenden Quartalen für Preiserhöhungen sorgen wird, die die noch immer steigenden Rohstoffpreise jedenfalls kompensieren sollten. In den nächsten Wochen stehen Verhandlungen über die Erneuerung der langfristigen Verträge des Konzerns an.

In der Division Profilform sollte eine weitere Verbesserung des Vorjahresergebnisses möglich sein, sofern die Konjunkturbelebung in Europa und den USA anhält. Im ersten Halbjahr stieg der Umsatz in dieser Sparte um 50 Prozent, das Betriebsergebnis (EBIT) um 73 Prozent.

Bahnsysteme in svchwieriger Lage

Schwieriger bleibt die Lage in der Division Bahnsysteme, nachdem die Infrastrukturinvestitionen auf Grund der angespannten Budgetsituation ähnlich wie in den vergangenen Monaten gering bleiben werden. Daher werde es zu keiner Verbesserung der Margen kommen. Allerdings gelinge es immer besser, die Rohstoffpreiserhöhungen am Markt unterzubringen, so die voestalpine.

Mit dem kritischsten Umfeld sei derzeit die division motion konfrontiert, da einerseits eine Verbesserung der europäischen Automobilkonjunktur weiter auf sich warten lasse und andererseits die steigenden Vormaterialkosten das Ergebnis belasten. Dennoch werde auch in dieser Division durch Nutzung von Synergien und Kostenoptimierungsmaßnahmen eine Verbesserung des Ergebnisses gegenüber dem Vorjahr angestrebt.

Investitionen gesteigert

Die Investitionen in den ersten drei Monaten des Geschäftsjahres 2004/05 lagen mit 103,9 Mio. Euro um 3,2 Prozent über dem Vorjahreswert. Der Schwerpunkt der Investitionstätigkeit lag neuerlich auf dem Programm "Linz 2010".

Der Umsatzanstieg des voestalpine-Konzerns im ersten Halbjahr war im Gegensatz zum Vorjahresquartal fast ausschließlich auf endogenes Wachstum zurückzuführen. Neu in den Konsolidierungskreis aufgenommen wurde lediglich das im April 2004 erworbene niederländische Automobilzulieferunternehmen Polynorm Van Niftrik B.V. mit einem Umsatzbeitrag von 6,8 Mio. Euro). (APA)

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