Kräftiges Gewinnplus bei der Ersten

8. September 2004, 13:44
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Konzernüberschuss stieg um 45,5 Prozent - Höherer Zins- und Provisionsüberschuss

Wien - Die Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen konnte im ersten Halbjahr 2004 den Gewinn deutlich steigern. Der Konzernüberschuss erhöhte sich um 45,5 Prozent auf 240,2 (165,1) Mio. Euro, der Überschuss vor Steuern um 22,1 Prozent auf 501,1 Mio. Euro. Bekräftigt wurde der Ausblick: Es werde für das Gesamtjahr 2004 weiterhin ein Konzernjahresüberschuss von mindestens 500 Mio. Euro erwartet, teilte die Bank heute, Dienstag, mit. Die konsolidierte Bilanzsumme der Erste Bank-Gruppe wurde gegenüber Jahresende 2003 um 7,0 Prozent auf 137,6 Mrd. Euro ausgeweitet.

Zielwert 18 Prozent Eigenkapitalverzinsung

Dazu trügen die gute wirtschaftliche Entwicklung sowie die vorzeitige Anwendung des neuen Rechnunglegungsstandards IFRS 3 in Verbindung mit IAS 36 und 38 (Wegfall der zeitanteiligen Firmenwertabschreibungen) bei. Erstmals in die Gewinn- und Verlustrechnung einbezogen wurde die im Vorjahr erworbene ungarische Postabank, die Bilanzwerte waren schon im Jahresabschluss 2003 berücksichtigt. Bekräftigt wurde weiters das Ziel, im Jahr 2005 eine Konzernjahresüberschuss von mindestens 600 Mio. Euro zu erwirtschaften. Daraus ergebe sich ein Zielwert bei der Eigenkapitalverzinsung (Return on Equity/RoE) von mindestens 18 Prozent. Die Kosten/Ertragsrelation (Cost Income Ratio/CIR) sollte dann bei maximal 62 Prozent liegen.

Im ersten Halbjahr 2004 lag der RoE bei 16,6 Prozent, nach 13,7 Prozent im Gesamtjahr 2003. Die CIR belief sich auf 64,4 Prozent, nach 64,2 Prozent im Jahr 2003.

Die Ausweitung des Konzernüberschusses um rund 45 Prozent komme zur Gänze aus dem Kerngeschäft, insbesondere dem Privatkundengeschäft - einerseits aus einer starken Kreditnachfrage in Zentraleuropa sowie aus steigenden Erträgen aus dem Provisionsgeschäft und rückläufigen Kreditvorsorgen in Zentraleuropa und Österreich, so Erste Bank-Generaldirektor Andreas Treichl am Dienstag in der Pressemitteilung.

Steigerung des Zins- und Provisionsüberschuss

Der Zinsüberschuss stieg - vor allem in den Zentraleuropatöchtern - um 2,1 Prozent auf 1,317 Mrd. Euro. Wegen des Wegfalls des vorjährigen Sonderertrages in der Bausparkasse der Slovenska sporitelna im Ausmaß von rund 18 Mio. Euro war dort wie erwartet ein Rückgang zu verzeichnen. Auch bei den Haftungsverbundsparkassen gab es einen leichten Rückgang. Die Zinsspanne lag mit 2,21 Prozent leicht unter den 2,3 Prozent des Gesamtjahres 2003. Adaptiert um die seit Anfang 2004 anfallen Refinanzierungskosten der Postabank sowie um den Einmaleffekt der slowakischen Bausparkasse hätte sich die Zinsspanne im ersten Halbjahr kaum verändert. Bei den Tochtergesellschaften in Zentraleuropa könnten weiterhin Spannen zwischen 3,4 bis mehr als 4,5 Prozent erzielt werden. Im Inland seien es marktbedingt nur 1,8 Prozent gewesen.

Der Provisionsüberschuss stieg im ersten Halbjahr um 17,3 Prozent auf 565,2 Mio. Euro. Bereinigt um die Postabank sei die Steigerungsrate bei 15,7 Prozent gelegen. Das Handelsergebnis lag mit 108,3 Mio. Euro um 5,5 Prozent unter dem Vorjahreswert. Rückläufig war dabei das Wertpapier- und Derivativgeschäft, während es im Devisengeschäft Zuwächse gab. Die Erfolge aus dem Versicherungsgeschäft lagen trotz des Verkaufs des Sachversicherungsgeschäftes der Tschechien-Tochter Ceska Sporitelna stabil bei 13,3 Mio. Euro. Insgesamt erhöhten sich die Betriebserträge um 5,5 Prozent auf 2,004 Mrd. Euro.

Die Verwaltungsaufwendungen stiegen um 5,6 Prozent auf 1,292 Mrd. Euro. Bereinigt um die Postabank lag der Zuwachs bei 2,2 Prozent. Für das Gesamtjahr 2004 erwartet Treichl, dass sich Verwaltungsaufwand - die Postabank ausgeklammert - gegenüber 2003 nahezu unverändert bleiben wird.

Die Risikovorsorgen im Kreditgeschäft lagen mit 196,8 Mio. Euro um 4,4 Prozent unter dem Vorjahreswert, wobei sowohl im Inlandsgeschäft als auch bei einzelnen Tochtergesellschaften in Zentraleuropa Rückgänge zu verzeichnen waren. Für das Gesamtjahr 2004 werde ein Vorsorgebedarf prognostiziert, der nicht über jenem von 2003 liegen sollte.

In der Bilanz werden die Forderungen an Kunden mit einem Plus von 4,1 Prozent auf 70,5 Mrd. Euro angegeben. Die Forderungen an Kreditinstitute legten um 34,6 Prozent auf 17,7 Mrd. Euro zu, die Veranlagungen in Wertpapiere und Finanzanlagen um 5,7 Prozent auf 41,3 Mrd. Euro. Die Kundeneinlagen wuchsen um 3,0 Prozent auf 66,8 Mrd. Euro, dabei blieben die Spareinlagen mit 37,3 Mrd. Euro unverändert. Die Eigenen Emissionen (verbriefte Verbindlichkeiten und Nachrangkapital) erhöhten sich um 7,8 Prozent auf 22,1 Mrd. Euro. (APA)

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