Die mageren Jahre sind für den IT-Markt vorbei

8. September 2004, 14:05
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Budgets und Umsätze kräftig aufgefettet

Wien - Good News für den Bereich der Informationstechnologie (IT). Eine aktuelle Branchenanalyse der "KMU Forschung Austria" geht seit langem erstmals wieder von steigenden Umsätzen und neuen Jobs aus. Nach Marktflaute, Gehaltskürzungen und Entlassungswellen beginnen die Unternehmen wieder nach Softwareentwicklern, EDV-Beratern und -Implementierern zu suchen. Die Betriebe wollen ihren Personalstand "im Schnitt um sieben Prozent erhöhen." Viele der IT-Mitarbeiter, die in den letzten Jahren unfreiwillig in die Selbständigkeit katapultiert wurden, wechseln derzeit wieder in Angestelltenjobs, heißt es.

Außerdem geht die IT-Branchenanalyse für das erste Halbjahr 2004 "von einem Umsatzwachstum in Höhe von zehn Prozent aus".

Heimische Betriebe, die ihre IT-Budgets bisher wegen der schlechten konjunkturellen Vorgaben nicht ausgeschöpft haben, investieren langsam, aber sicher wieder.


Einsparung gescheitert

Mit ein Grund dafür ist für den obersten Wiener Branchenvertreter, Robert Hotter, auch, "dass der Marktdruck, elektronisch nachzurüsten, wächst". Dies hänge etwa mit der gesetzlichen Verankerung der elektronischen Signatur mit Anfang dieses Jahres und der immer stärker forcierten Verrechnung per Computer im B2B-Bereich zusammen.

Viele Unternehmen hätten außerdem erkennen müssen, "dass eine halbprofessionelle Integration von einzelnen Softwareanwendungen un- term Strich keine Einsparung bringt", so Hotter auf STANDARD-Anfrage.

Deshalb nun die Besinnung "auf umfassende Lösungen bzw. Profis". Und viele von diesen lassen das - oft durch Outsourcing erzwungene - Unternehmerdasein gerne hinter sich. Hotter: "In Wien hat die Zahl der zurückgelegten Gewerbeberechtigungen deshalb ein Rekordniveau erreicht."


Trendumkehr

Generell geht die international tätige Marktforschungs-und Consultingfirma Gartner jedenfalls davon aus, dass sich der IT-Markt in ganz Westeuropa "schrittweise verbessert". Nach einem Minus von 13 Prozent im vergangenen Jahr haben die Firmen ihre Budgets für den IT-Bereich heuer um rund 0,3 Prozent besser ausstaffiert.

2005 werden Prognosen zufolge die IT-Ausgaben global um vier Prozent auf rund 482 Milliarden Euro steigen. Die hervorstechendsten Wachstumsfelder seien Netzwerksicherheit, Instant Messaging, also Mitteilungssysteme, und Softwarelösungen. Trotz der in den letzten Jahren umstrittenen Verlagerung von IT-Diensten nach Indien konnten die dortigen Firmen unterm Strich nur 1,4 Prozent der globalen IT-Dienstleistungsumsätze verbuchen. (Monika Bachhofer, Der Standard, Printausgabe, 16.08.2004)

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