Luxus über den Wolken

8. September 2004, 13:45
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Fliegen wird merklich teurer - Lufthansa und 21 weitere Fluggesellschaften wollen Servicepauschale einführen - Massensterben von Reisebüros befürchtet

Berlin - Fliegen dürfte wohl schon bald merklich teurer werden. Wie die deutsche Zeitung "Welt am Sonntag" berichtet, wollen neben der Lufthansa weitere 21 Airlines in Deutschland Provisionen für Reisebüros streichen und eine so genannte Servicepauschale einführen, die der Passagier beim Kauf von Tickets entrichten muss.

So erhebt die Lufthansa ab 1. September eine Gebühr von 30 Euro für Inland- und Europaflüge, sowie von 45 Euro für Langstreckentickets, die beim Direktverkauf - also am Flughafenschalter oder auf der Internet-Seite der Airline - fällig werden. Bei der Buchung im Reisebüro werde ebenfalls eine Gebühr fällig, die wahrscheinlich noch darüber liege, berichtetet das Blatt weiter.

Extrapreise für "Papiertickets"?

Zu den Fluggesellschaften, die die Gebühr einführen, gehören laut "Welt am Sonntag" unter anderem Air France, Alitalia, British Airways, Iberia, Swiss, Delta und United. Die Einsparungen für die Airlines bewegen sich den Angaben zufolge im dreistelligen Millionenbereich. Allein die Lufthansa spare durch die Einführung der Nullprovision pro Jahr rund 100 Millionen Euro ein, hieß es.

Nach Informationen der Zeitung verlangen einige Fluglinien in Zukunft zudem eine Extragebühr, wenn ein Passagier statt eines elektronischen Tickets einen ausgedruckten Flugschein in Papierform haben möchte. Bei Lufthansa, Air France und der japanischen ANA werde der Aufschlag acht Euro betragen, bei Finnair zehn Euro, bei Swiss 15 Euro, hieß es.

"Servicepauschale"

Der Deutsche Reisebüro- und Reiseveranstalter-Verband (DRV) geht nach dem Bericht der Zeitung davon aus, dass das Reisebüro dem Kunden zusätzlich zum 30- bis 45-Euro-Entgelt noch eine Pauschale für eigene Dienstleistungen in Rechnung stellen werde. Die Reisebürokette Lufthansa City Center empfehle beispielsweise pro Ticket einen Aufschlag in Höhe von 13 Euro.

Da zu erwarten sei, dass Flugpassagiere aus Kostengründen in Zukunft verstärkt übers Internet buchten, befürchtet der DRV dem Blatt zufolge deshalb ein Massensterben unter den rund 4.500 Reisebüros in Deutschland, die Flugscheine verkaufen.

In den USA, wo die Nullprovision bereits im März 2001 eingeführt wurde, machten laut American Society of Travel Agents bis heute ein Drittel von einst 33.000 Reisebüros Pleite, wie das Blatt berichtete. 55.000 Angestellte verloren den Angaben zufolge ihren Job. (APA)

  • Bald wieder Luxus?
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