Ehemaliger Sat.1-Chef Hoffmann leitet künftig Produktionsfirma MME

10. September 2004, 22:05
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MME übernimmt Firma moviement

Als Martin Hoffmann vor gut einem halben Jahr als Sat.1-Geschäftsführer gehen musste, war dies eine Nachricht für die Medienbranche, aber kaum für die Fernsehzuschauer. Umso höher waren die publizistischen Wellen, die wenig später die Entscheidung von Hoffmanns Freund Harald Schmidt schlugen, seine Late-Night-Show bei Sat.1 nicht fortzusetzen. Wochenlang diskutierten das Publikum und die Medien, wer Schmidt ersetzen könnte - auch noch, als Hoffmanns Nachfolger Roger Schawinski schon Anke Engelke benannt hatte.

Ab kommendem Montag (16. August) hat Hoffmann (44) einen neuen Job. Die Hamburger Produktionsfirma MME AG teilte am Freitag gleich zweierlei mit: Zum einen wird Hoffmann neuer Vorstandsvorsitzender des Unternehmens. Zum anderen hat MME die Firma moviement GmbH übernommen, die über Tochterfirmen wie filmpool und Allmedia Unterhaltungsformate für das Fernsehen herstellt, auch für Hoffmanns alten Sender Sat.1. Zu den bekanntesten gehört "Richterin Barbara Salesch".

Zur Finanzierung des Kaufpreises von 37,48 Mio. Euro wurde das Kapital aufgestockt. Auch der Vorstand, dem weiterhin der bisherige Vorsitzende Christoph Post angehört, wurde um zwei weitere Mitglieder ergänzt. Die börsennotierte MME wird mit der moviement-Übernahme zu einem der größten deutschen TV-Produktionsunternehmen mit einem Produktionsvolumen von rund 80 Mio. Euro jährlich. Bisher war MME vor allem in den Bereichen Jugend und Musik tätig und produzierte unter anderem "Top of the Pops" und "The Dome".

Hoffmann hatte den Privatsender Sat.1 von November 2000 bis November 2003 als Geschäftsführer geleitet. Er förderte 2001 unter anderem große fiktionale Eigenproduktionen wie "Der Tunnel", "Wambo" oder "Vera Brühne", die von der Kritik hochgelobt wurden, aber in der jüngeren Zielgruppe nicht die gewünschte Quote brachten. Im vergangenen Jahr konnte er dann mit neuen Serien Erfolge verbuchen und zuletzt mit dem großen Zweiteiler "Das Wunder von Lengede" auftrumpfen. So kam der Zeitpunkt seiner Ablösung letztlich überraschend. (APA/dpa)

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