Master-talk schickt Rechnung über 180 Millionen Euro

8. September 2004, 14:03
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Innenministerium droht Schadenersatzklage für "Adonis"-Blaulichtfunknetz-Projekt

Wien - Das Betreiberkonsortium Master-talk, dem Juni 2003 der Auftrag zum Aufbau eines österreichweiten Funknetzes für Blaulichtorganisationen entzogen wurde, hat der Republik Österreich eine Forderung von 181 Mio. Euro in Rechnung gestellt. Sollte das Innenministerium der Aufforderung bis 25. August nicht nachkommen, werde man eine Schadenersatzklage einbringen, so Master-talk-Geschäftsführer Andreas Palffy.

Die 180 Mio. Euro würden sich aus bestehenden vertraglichen Ansprüchen errechnen. Der Forderungswert ist damit höher als die bisher stets genannten 120 Mio. Euro. Master-talk gehört einem Konsortium aus Siemens, den Wiener Stadtwerken, der RZB und dem Verbund.

Im Innenministerium will man das Schreiben nun "genau prüfen". Über die verhältnismäßig hohe Summe an "entgangenen Gewinnen" von 181 Mio. Euro sei man "verwundert", zumal der neue Betreiber - ein Konsortium aus Alcatel und Motorola - für das gesamte Projekt insgesamt 130 Mio. Euro veranschlagt habe. Man wolle jedenfalls festhalten, dass der Vertrag von Master-talk gekündigt worden, das von Master-talk errichtete Netz nicht exekutivtauglich und das Projektmanagement mangelhaft gewesen seien.

Ursprünglich hätte das österreichweite Behördenfunknetz 2005 in Betrieb gehen sollen. Master-talk hatte im Juli 2002 den Zuschlag für "Adonis" erhalten. Nach Streitigkeiten vor allem um die Vergütung war der Vertrag gekündigt worden. (APA, Der Standard, Printausgabe, 14.08.2004)

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