Premiere-Chef kritisiert ORF: "Arrogant und realitätsfern"

14. September 2004, 11:15
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Der ORF müsse endlich begreifen, dass man nicht mehr im Monopolzeitalter sei, so Kofler

180 Sekunden pro Runde will der ORF über die Bundesligaspiele schon in der "ZiB 1" berichten. "Arrogant und realitätsfern", tobt Premiere-Chef Georg Kofler über den dem Mediensenat vorliegenden Vorschlag: Der ORF müsse endlich begreifen, dass man nicht mehr im Monopolzeitalter sei.

Aus drei Minuten könne der ORF locker ein ganzes Magazin stricken, mutmaßt Kofler: "Mit Interviews, Kommentaren, Beiträgen aufgepeppt wäre das überhaupt kein Problem." Damit sähe Kofler seine Exklusivrechte entwertet.

Geht es nach dem Senat, bekäme der ORF 45 Sekunden von zwei Spielen nach der "ZiB 1". "Gerade noch akzeptabel", befindet Kofler, davon abzuweichen, kann er sich nicht vorstellen. Ebenso wenig wie den vom Senat vorgeschlagenen Preis von 1000 Euro pro angefangener Minute: "1500 müssten es schon sein", sagt Kofler. Vom ORF trennten ihn damit genau 900 Euro, die Anstalt biete nur 600.

Die Übertragungen kommen bei ATV+ wie bei Premiere gut an, nach nur vier Runden verbucht etwa der Bezahlsender 30.000 neue Abonnements. Nun wirft Kofler ein Auge auf die Skirechte, die bis 2011 in der Hand des ORF sind. Kofler will sich bei der EU-Kommission beschweren. "Ich glaube nicht, dass ein solcher Vertrag der Vergabepraxis entspricht." (Doris Priesching/DER STANDARD, Printausgabe, 14./15.8.2004)

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