Passagiere: "Der war doch erst, oder?"

8. September 2004, 13:17
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Reaktionen am Wiener Flughafen reichten von "Egal" bis "das können die sich nicht leisten" - "Wir fliegen Flyniki, wir haben keine Probleme"

Wien - Sehr unterschiedlich reagierten die Reisenden am Wiener Flughafen am Freitag auf den Streik des Bordpersonals von AUA und Lauda Air. Von Staunen über "Egal" bis zu Unverständnis war von den Wartenden jede Meinung zu hören.

"Das erste, was ich mir gedacht habe, war: 'Der (Streik, Anm.) war doch erst, oder?'", meinte eine Wartende im Balloon-Restaurants grinsend. Die Frau hatte gut lachen: "Wir fliegen Flyniki, wir haben keine Probleme." Beurteilen wollte sie die Kampfmaßnahmen nicht, "dazu fehlen mir die Informationen". Konkreter hatte sich ihr Begleiter informiert: "Ich glaube nicht, dass die (das Bordpersonal, Anm.) sich das jetzt leisten können. Bei einer anderen Fluglinie kommen sie auch nicht unter, die kämpfen ja selber."

Kaum informiert

Er war einer der wenigen, der sich überhaupt mit dem Thema auseinander gesetzt hatte. Viele wussten entweder gar nicht, dass gestreikt wird, oder hatten sich kaum informiert. Ein Mitte 30-jähriger Geschäftsmann, der seit Vormittag auf seinen Flug nach New York gewartet hatte, war am Nachmittag vom Grund der Verzögerungen überrascht: "Ich wusste gar nicht, dass gestreikt wird." Der Mann warf schließlich das Handtuch und fuhr wieder heim: "Meine Termine schaffe ich sowieso nicht mehr."

Ein Schweizer Paar zeigten sich "nicht erfreut" über die Nachricht, dass gestreikt werde. Probleme habe man aber keine gehabt, sagte die Frau, deren Flug nach Zürich um 17.30 Uhr gehen sollte. Gut erwischt hatte es hingegen ein Reisender nach Kopenhagen: "Ich komme jetzt sogar früher als geplant an." Der Grund: "Ich habe auf eine andere Airline umgebucht."

"Die verdienen ja eh genug Geld"

Unbeeindruckt zeigte sich ein Jugendlicher, der gemeinsam mit seiner Freundin im Restaurant auf den Flug in die Ferne wartete: "Mir ist das wurscht, wer streikt. Probleme haben wir nicht." Nachsatz: "Die verdienen ja eh genug Geld." Die Freundin hatte hingegen gar keine Meinung: "Wer streikt?"

Währenddessen schallten durch die Abflughalle beinahe im Minutentakt Ansagen, mit denen Verspätungen der Austrian Airlines bekannt gegeben wurden: "Wir bedauern..." (APA)

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