Kritik an der Greenpeace-Kampagne gegen Gentechnik

14. September 2004, 16:01
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Lebensmittelwirtschaft: "Massive Irreführung und gezielte Verunsicherung der Bevölkerung"

Die laufende Werbe-Kampagne der Umweltorganisation Greenpeace in Sachen Gentechnik bezeichnete der Fachverband der österreichischen Lebensmittelindustrie am Freitag in einer Aussendung als "massive Irreführung und gezielte Verunsicherung der Bevölkerung". Fachverbands-Geschäftsführer Michael Blass warf Greenpeace vor, dass der Eindruck einer Gefährlichkeit von Lebensmitteln vermittelt werde, die in Wirklichkeit nicht gegeben sei.

Panikmache

Faktum sei, so Blass, dass "die österreichische Lebensmittelindustrie ausschließlich nach den strengen lebensmittelrechtlichen Vorschriften produziert. Für eine Panikmache besteht weder eine Grundlage noch ein Anlass."

Die derzeit laufenden Werbeaktivitäten von Greenpeace nimmt die Leibspeisen der Österreicherinnen und Österreicher aufs Korn und sind laut Lebensmittelverband in höchstem Maße unsachlich: Bezeichnungen wie "Gen-Schnitzel" oder "Gen-Milch" würden jeder wissenschaftlichen Grundlage entbehren.

Tatsächlich würden Lebensmittel, die von Tieren gewonnen werden, die mit gentechnisch veränderten Futtermitteln gefüttert werden, nach den vorliegenden wissenschaftlichen Erkenntnissen selbst keine Spuren von Gentechnik enthalten. Auch seien keine Veränderungen in Bezug auf Inhaltsstoffe oder Qualität feststellbar, so Blass.

eine Diffamierung hochwertiger und rechtlich einwandfreier Lebensmittel

Darüber hinaus gebe es derzeit in ganz Europa keine transgenen - d.h. genetisch veränderten - Tiere, die zur Lebensmittelproduktion verwendet würden. Die Kampagne der Umweltorganisation sei deshalb sachlich unrichtig und eine Diffamierung hochwertiger und rechtlich einwandfreier Lebensmittel. Der Fachverband betonte, dass der Einsatz genetisch veränderter Lebensmittel und Futtermittel einem strengen Rechtsregime unterworfen sei: "Genetisch veränderte Organismen dürfen nur verwendet werden, wenn sie sicher sind. Dazu müssen sie ein rigides europäisches Zulassungsverfahren durchlaufen." Sachinformation und strenge Kontrolle - das sei die bessere Strategie im Umgang mit Gentechnik als das Spiel mit den Ängsten der Menschen, sagte Blass. (APA)

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