"Winterschlaf" für RaumfahrerInnen geplant

ESA erforscht Möglichkeiten der Realisierung

London - Für bemannte Langstreckenflüge im All will die Europäische Weltraumbehörde (ESA) Menschen in eine Art Winterschlaf versetzen. Dies würde es RaumfahrerInnen erleichtern, jahrzehntelange Rückflüge von Planeten wie etwa dem Saturn zu überstehen. Positiver Nebeneffekt eines solchen künstlichen Ruhezustands: Die Raumschiffe könnten kleiner sein, zudem ließen sich Lebensmittel und damit Gewicht sparen. Bis zum Jahr 2030 will die ESA eine bemannte Mission zum Mars schicken.

Zwar könnten Menschen erst frühestens in einem Jahrzehnt in eine Art Winterschlaf versetzt werden, sagte der ESA-Experte Mark Ayre dem Magazin "Nature". Gemeinsam mit KollegInnen erforscht er derzeit verschiedene Möglichkeiten, ein solches Projekt zu realisieren. Innerhalb des kommenden Jahres soll er entsprechende Vorschläge vorlegen.

Option

Die bisher vielversprechendste Option bietet die Substanz DADLE (D-Ala,D-Leu-Enkephalin), die Opium-ähnliche Eigenschaften aufweist. Injiziert man diese Substanz Erdhörnchen, fallen die Tiere auch im Sommer in einen Winterschlaf. Auch menschliche Zellkulturen lassen sich mit dem Stoff regelrecht einschläfern.

Der italienische ESA-Berater Marco Biggiogera von der Universität Pavia erwägt dagegen, die Eigenschaften des mittleren Fettschwanzmakis zu untersuchen. Diese Species aus Madagaskar ist bisher die einzige Primatenart, von der bekannt ist, dass sie einen Winterschlaf hält. (APA/AP)

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