Auch die E-Sportler kämpfen um den Weltmeistertitel

21. September 2004, 10:39
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Kommende Woche treffen sich Österreichs "E-Sportler" im Wiener Gasometer - Für sie geht es ums Ticket zu den World Cyber Games in Kalifornien.

Rund 80 Profispieler aus ganz Österreich treten vom 20. bis 22. August im Wiener Gasometer an. Ihre "Sportgeräte" sind ein Rechner, ein Monitor, eine Tastatur, eine Maus und die Spielkonsole X-Box.

Acht verschiedene Spiele

Den Gewinnern der Turniere in acht verschiedenen Spielen winkt eine Teilnahme an den bereits zum vierten Mal stattfindenden World Cyber Games vom 6. bis 10. Oktober, heuer in der IT-Metropole San Francisco. Dort werden dann rund 700 E-Sportler aus 76 Ländern auf ihre Tastaturen und Konsolen in höchster Konzentration einhämmern, um schließlich den Weltmeister zu krönen. "Jeder der Spieler erhält einen identen Rechner", erläutert Stefan Pinczolits, Pressesprecher von LAN-Party-Veranstalter Generation Fun, der gemeinsam mit dem IT-Dienstleister Pure-Systems den Event organisiert. "Ausgetauscht werden können lediglich Maus und Tastatur. Hier gibt es nämlich Glaubenskriege, welche Produkte am besten sind."

400 E-Gamer in Österreich

Rund 400 ernst zu nehmende E-Gamer gibt es Pinczolits zufolge in Österreich. Weltweit wird ihre Zahl auf mehr als eine eine Million geschätzt. Sie sind wie in anderen Sportarten auch in Ligen organisiert und müssen sich in ihren Ländern für die Teilnahme an der Weltmeisterschaft qualifizieren. Überwiegend handelt es sich bei den Profispielern um 16- bis 35-jährige "Burschen". "Es kommen aber, Gott sei Dank, immer mehr Mädels dazu", so der Pressesprecher.

Hartes Training

Wer allerdings glaube, die Spieler klopften bei immer voller werdenden Aschenbechern und steigendem Energydrinkverbrauch nächtelang wie irr in die Tastaturen, irrt, sagt Pinczolits. "Wie in anderen Sportarten trainieren die Profis vier mal pro Woche ein bis zwei Stunden. Vor und während der Spiele ernähren sie sich besonders bewusst und gehen früh schlafen, um fit zu sein." Angetreten wird in der Vorentscheidung in acht Spielen unterschiedlicher Kategorie. Sechs Turniere werden am Computer, zwei auf der X-Box ausgeübt. Bei "Counter Strike" kämpfen etwa fünf Polizisten gegen fünf Terroristen. "FIFA 2004" und "Need for Speed" (Autorennen) decken den Sport ab.

Bei "StarCraft" handelt es sich um ein Echtzeitstrategiespiel, bei dem Missionen im All erfüllt werden müssen. "Unreal Turnament" wiederum ist ein reines so genanntes "Shooter"-Spiel - Auge um Auge, Zahn um Zahn. Die besten Cyber-Gamer kommen übrigens aus Korea, wo dieser Spielesport sich längst etabliert hat. Die dortigen Champions werden von Firmen wie Samsung und Intel für landesweit stattfindende "Schaukämpfe" gesponsert und verdienen laut Pinczolits teilweise bis zu siebenstellige Eurobeträge pro Jahr.(Karin Tzschentke/DER STANDARD, Printausgabe vom 13.8.2004)

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