ÖBB-Bauarbeiter in Betrieb AG

8. September 2004, 13:52
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6000 Eisenbahner betroffen - Verträge mit Bau AG in Ausarbeitung

Wien - Das Rätselraten über den künftigen Arbeitgeber der rund 6000 bahneigenen Gleis-, Weichen- und Streckenbauleute hat ein Ende: Es wird die ÖBB Infrastruktur Betrieb AG sein. Darauf haben sich dem Vernehmen nach ÖBB-Generaldirektor Rüdiger vorm Walde, Finanzvorstand Erich Söllinger und der Vorstand der Schienenfinanzierungsgesellschaft Schig, Gilbert Trattern, verständigt.

Weil in der Bahn der Sparstift regiert, die meisten der betroffenen 6000 Eisenbahner aber unkündbar sind, wurden sie im Vorfeld der zu Jahresbeginn 2005 wirksam werdenden neuen Bahnstruktur wie eine heiße Kartoffel hin und her geschoben. Bedenken gibt es, dass aufgrund geplanter Rationalisierungen die vorhandene Arbeit auch mit einem Bruchteil der Belegschaft gemacht werden könnte.

Auftragsvolumen von rund 200 Mio. Euro

Durch Verträge mit der künftigen Infrastruktur Bau AG, die Arbeiten eigentlich extern vergeben wollte, soll nun sichergestellt werden, dass auch die bahneigenen Bauarbeiter Beschäftigung haben. Notwendig wäre ein Auftragsvolumen von rund 200 Mio. Euro. Das entspricht der Summe, die schon bisher als aktivierte Eigenleistung in dem Bereich angefallen ist. "Der Zug geht in diese Richtung", hieß es in den ÖBB.

Die Reformer bei der Bahn stehen unter gehörigem Zeitdruck. Bis Herbst müssen die Masterpläne vorliegen, was wie und wie viel von der alten ÖBB abgetrennt und in die vier Aktiengesellschaften unter der Bahnholding hineingespalten wird. Als erstes soll die Dienstleistungsgesellschaft flügge werden, sie muss spätestens zum 30. September abgespalten sein. Der Beschluss soll bei der ÖBB-Aufsichtsratssitzung am 27. August fallen. (stro, Der Standard, Printausgabe, 13.08.2004)

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