AK mahnt Firmen zu mehr Transparenz

10. September 2004, 13:34
posten

Soziale Verantwortung müsse gesetzlichen Regelungen unterliegen

Wien - Die soziale Verantwortung von Unternehmen muss mehr als ein PR-Gag sein und tunlichst mit gesetzlichen Bestimmungen untermauert werden. Freiwillige, also unverbindliche Verhaltenskodizes seien jedenfalls zu wenig, sagt die Arbeiterkammer (AK).

In einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Vertretern der Institute Imas und Synerga wurde eine Umfrage unter Presseverantwortlichen von Unternehmen, Betriebsräten und Konsumenten präsentiert, die einmal mehr zeigt, wie weit Wunsch und Wirklichkeit in Fragen der Wirtschaftsethik auseinander klaffen.

Die Manager halten dabei noch am ehesten Ethik und Wirtschaft für vereinbar, die Betriebsräte sind am skeptischsten.

Informationsbedürfnis

Die Konsumenten wünschen sich zu 74 Prozent vor allem "offene Information von Kunden und Öffentlichkeit", dahinter folgen "Kundenfreundlichkeit", "offene Information" bzw. "gerechte Behandlung" der Mitarbeiter als Forderungen an die Firmen. Vor allem beim Informationsbedürfnis knüpft die AK an und fordert unter anderem:

  • eine verpflichtende Offenlegung der Managergehälter in börsennotierten Konzernen,

  • standardisierte und verpflichtende Nachhaltigkeitsberichte für Ethikfonds,

  • ganzheitliche CSR-Prozesse statt nicht nachhaltiger Einzelprojekte, die auch noch öffentlich prämiert werden.

"CSR" steht dabei für Corporate Social Responsibilty, ein Fachbegriff, der hierzulande noch kaum bekannt ist, wie die Experten berichteten. Völlig unbekannt sei der Begriff in der Textilbranche.

Kosten-Nutzen-Abwägung

Eines der immer wieder genannten Probleme sei die Kosten-Nutzen-Abwägung bei Projekten aus dem weiten Feld Sozialverantwortung. Die Arbeiterkammer ist überzeugt, dass die anfänglichen Kosten etwa in Arbeitszeit relativ rasch in einen eindeutig höheren Nutzen - Motivation der Mitarbeiter, Informationsstand und Zufriedenheit der Konsumenten - umschlagen.

Völlig abgelehnt werden von der Arbeiterkammer in diesem Zusammenhang Forderungen der Arbeitgeberseite, die Verschlechterungen des Status quo mit sich brächten. Konkret geht es gegen Arbeitszeitverlängerung, Jobabbau oder Betriebsverlagerungen. (miba/DER STANDARD Printausgabe, 12.08.2004)

Share if you care.