Schellhorn und Geweihe

27. Juli 2005, 14:39
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Das Salzburger Museum der Moderne am Mönchsberg gibt's noch nicht ganz, das Restaurant Mönchsberg schon

Es sei dann alles recht schnell gegangen, meint Sepp Schellhorn, selbstbewusster Hotelier und Gastronom in Goldegg (Restaurant "Hecht"): Drei Kandidaten hätte es für die Leitung des Restaurants im Museum der Moderne am Mönchsberg über der Salzburger Altstadt gegeben, Käfer aus München, Do & Co aus Wien und Sepp Schellhorn aus dem Pongau. Und dass gerade Wahljahr war, meint der Sieger, hätte ihm als Salzburger vielleicht nicht geschadet.

Da er aber auf keinen Fall sein Stammhaus verlassen wollte, holte er sich Walter Hintner aus dem Jungtalente-Pool rund um Eckart Witzigmann als Küchenchef, im "Ca's Puers" auf Mallorca war der, dann im Team von Roland Trettl im Hangar 7. "Schnell und leicht" sei die Küche ausgelegt, so Schellhorn, "mediterran und mit Bodenhaftung" und nicht zuletzt auch so, dass der Betrieb auch bei 100 Gästen nicht stockt. Auch hier viel Gemüse und Fisch, erklärt Schellhorn, und das internationale Kunsthallen-Publikum zu verschrecken, hat man offenbar auch vermieden. Denn für Irritationen (mehr bei den Salzburgern als bei sonst wem) sorgten ohnehin schon Matteo Thuns extravagante Luster aus Hirsch-Abwurfstangen und die gewagte Kombination von Sichtbeton und mobiliarem Neo-Barock.

Ein kleines Augenzwinkern ist immer mit dabei

Schöne, kontemporäre Großstadt-Küche in klassischem Zwei- oder Drei-Elemente-Aufbau wird hier gekocht, immer ein kleines Augenzwinkern mit dabei: Gänseleber-Terrine und gebratene Gänseleber mit Erdbeerkompott und Brioche als Amuse-Gueule, eine schöne, nicht zu intensive Paprikasuppe mit etwas griesigen Prosciutto-Nockerln (€ 5,20), Seeteufel-Filet mit Petersil- und Selleriepüree, geschmacklich pur und hübsch anzusehen (€ 17,90), Rücken vom Tauernlamm mit Steinpilzen und Gnocchi, sehr zart, sehr saftig, der lustige Faschingshut in Form einer Wasabi-Kruste vielleicht nur mittel-notwendig (€ 17). Ziegenfrischkäse mit Chutney und Balsamico-Reduktion, insgesamt ein bisschen süß, Dosenpfirsich mit Mascarpone, Himbeeren und süßem Cracker nicht unoriginell (€ 7).

Getrunken wird übrigens aus den Riedel-Gläsern ohne Stiel, das muss man mögen, und die Servietten sind auf Karton-Konsistenz gestärkt. Aber das ist wirklich einzigartig. (DERSTANDARD/rondo/Florian Holzer/13/08/04)

Restaurant Mönchsberg 32
Museum der Moderne
5020 Salzburg
Tel: 0662/841 000
tägl. 9-1 Uhr

Anreise per Aufzug
€ 2,60
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