München treibt Umstellung auf Linux voran

13. September 2004, 13:36
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Nach "Denkpause von wenigen Tagen" - Rechtssicherheit notwendig

Trotz anhaltender Unsicherheiten durch das EU-Patentrecht treibt die Stadt München die Umstellung auf das Linux Betriebssystem weiter voran. Nach einer "Denkpause von wenigen Tagen", in der das Gesamtverfahren ausgesetzt wurde, teilte Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) am Mittwoch in München den Beginn des Teilnehmerwettbewerbs mit.

14.000 Computer

Die Stadt München will ihre 14.000 Computer auf das freie Betriebssystem Linux umstellen lassen. Derzeit ist jedoch noch unklar, welche Auswirkungen eine Veränderung des EU-Patentrechtes für Computertechnik auf das Projekt haben könnte. Auch Wien will ab dem 2. Quartal 2004 auf den rund 7.000 der 16.000 Arbeitsplätze neben dem Betriebssystem Windows 2000 sowie der Bürosoftware Microsoft Office auch Linux und Open Office einzusetzen.

Angst

Die Stadtrats-CSU hatte in einem Dringlichkeitsantrag an Ude die Befürchtung geäußert, die anstehende Gesetzesänderung im EU-Recht könnte den Preis für die Münchner Linux-Migration massiv verteuern. Die Stadt sieht für die Umstellung insgesamt 30 Mio. Euro vor. "Wir leugnen Unsicherheit nicht", sagte Ude. Rechtssicherheit sei bei einem derartigen Großprojekt unbedingt notwendig. Daher wird die Stadt in den kommenden Tagen auch ein Rechtsgutachten in Auftrag geben, das den Einfluss der EU-Entscheidung auf die Open-Source- Bewegung klären soll. Die Befürworter von "Open Source" fordern eine transparente und allgemein zugängliche Computertechnologie. (APA)

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    Münchens Oberbürgermeister Christian Ude

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