Handel setzt auf sportliche Großleistungen

10. September 2004, 13:34
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Boom bei Flachbildschirmen erhofft - Kelly-Chef Hötschl: Olympia-Effekt bei Chips geringer als bei Europameisterschaft

Wien - Sportliche Großereignisse wie die Fußball-Europameisterschaft oder die am Freitag beginnenden Olympischen Spiele lassen Elektrohändler aber auch Bierkonzerne und Snackproduzenten regelmäßig auf "Spitzenleistungen" in den Wohnzimmern hoffen. Olympia werde allerdings nicht den gleichen Effekt auf die Absätze haben, wie Fußballmeisterschaften, sind sich die Unternehmer einig.

"Olympische Spiele sind eine singuläre Sache und laden nicht zum geselligen Sehen ein, wie ein Fussballmatch", weiß Kelly-Geschäftsführer Wolfgang Hötschl. Zudem fehle "die geballte Sendepräsenz. Demensprechend geht er von keinem Mehrabsatz bei Chips & Co während der olympischen Bewerbe aus. Während der Fussball-Europameisterschaft - konkret in den Monaten Juni und Juli - hat Kelly um 30 Prozent mehr Chips verkauft als in Vergleichsmonaten.

Mehr Bier

Österreichs größter Braukonzern, die Brau Union geht zwar davon aus, dass sich Sportübertragungen generell positiv auf den Bierabsatz auswirken, allerdings nicht stark genug um Schlechtwetterphasen zu kompensieren. Daher sei der Bierabsatz im Juni - trotz Fußballfans vorm Fernseher - um 2,5 Prozent unter dem Rekordwert des Vorjahresmonats geblieben.

Der heimische Elektrohandel hat im ersten Halbjahr 2004 mehr als dreimal so viele Flachbildschirme verkauft wie im Vorjahreszeitraum. Der Bundesobmann des Elektrohandels, Wolfgang Krejcik führt dies aber auf den generellen Trend zu LCD und Plasma-Schirmen zurück, und weniger auf die Sportbegeisterung. Der Boom habe schneller eingesetzt als von der Branche erwartet, daher komme es von Fall zu Fall zu Lieferschwierigkeiten.

Mehr Flachbildschirme verkauft

Laut Fessl-GfK wurden in den ersten sechs Monaten 17.500 Stück Flachbildschirme verkauft nach 5.500 im ersten Halbjahr 2003. Für etwa 20 Prozent der Absatzsteigerungen sei die Fußballeuropameisterschaft verantwortlich, so Krejcik. Klassische Röhrenfernseher dominierten zwar mit 208.000 verkauften Stück auch im ersten Halbjahr den Markt, die Verkaufszahlen lagen allerdings nur noch um 4 Prozent über dem Wert des Vorjahreszeitraums.

Etwa jeder fünfte Käufer eines Flachbildschirm-Fernseher kauft auch eine Dolby-Suround-Anlage dazu um wirklich perfektes Heimkino zu haben. Auch hier zweifelt Krejci am Olympia-Effekt: Heimkino sei direkt abhängig von Film- und DVD Angebot.

Der zweite echte Trend der den Elektrohandel im ersten Halbjahr prägte waren DVD-Player: Die Zahl der verkauften Geräte stieg laut GfK auf 240.000 Stück nach 158.000 im Vorjahreszeitraum. Der Absatz von Videorecordern sank im Zeitraum dagegen von 70.000 auf 45.000 Stück.

OlympiaKredit

Erfreut zeigt sich Krejcik über eine Kreditaktion der BA-CA, die noch bis Freitag läuft: Der OlympiaKredit - einheitlich 5.000 Euro auf fünf Jahre bei einem variablen Zinssatz von 5 Prozent - soll Privatkunden "kleine, kurzfristige Anschaffungen" erleichtern, so die Bank in einer Presseinformation. Seit Mitte Juli haben rund 1.500 das Angebot genützt.(APA)

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BA-CA

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    Sportliche Großereignisse wie die Olympischen Spiele lassen Elektrohändler aber auch Bierkonzerne und Snackproduzenten regelmäßig auf "Spitzenleistungen" in den Wohnzimmern hoffen.

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