US-Notenbank erhöht Leitzinsen

9. September 2004, 13:18
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Um 0,25 Punkte auf 1,50 Prozent - Bezüglich Konjunktur zuversichtlich

Washington - Die US-Notenbank Fed hat erwartungsgemäß ihre Leitzinsen neuerlich angehoben. Der maßgebliche Zinssatz, zu dem sich Geschäftsbanken Geld leihen können, steigt um 0,25 Punkte auf 1,50 Prozent, wie die Zentralbank nach einer zweittägigen Sitzung des Offenmarktausschusses am Mittwoch in Washington mitteilte.

Zuversichtlich für Konjunktur

Die US-Notenbank beurteilt die weitere Entwicklung der US-Wirtschaft positiv. Die US-Konjunktur sollte sich nach der jüngsten Abschwächung wieder erholen, heißt es in der aktuellen Einschätzung zur Begründung der Zinsentscheidung. Die heutige Entscheidung sei einstimmig gefallen, teilte der für die Geldpolitik verantwortliche Offenmarktausschuss der Federal Reserve Bank (FOMC) in Washington am Dienstagabend mit.

Die Fed hat mit ihrer heutigen Entscheidung zum zweiten Mal in diesem Jahr ihren maßgeblichen Satz für kurzfristiges Taggeld um 25 Basispunkte angehoben. Am 30. Juni hatte die Notenbank erstmals seit vier Jahren ihre Federal Funds Rate für kurzfristige Geldbeschaffung der Geschäftsbanken wieder angehoben und damit eine Trendwende nach oben eingeleitet.

"Der Ausschuss geht auch nach diesem Schritt noch davon aus, dass die derzeitige geldpolitische Haltung expansiv bleibt", hieß es in der Mitteilung. Die Produktion und die Erholung am Arbeitsmarkt hätten sich vermutlich wegen des Anstiegs der Energiepreise verlangsamt, aber die Wirtschaft zeige weiterhin Anzeichen für eine erneute Beschleunigung. Die Risiken für Wirtschaftswachstum und Inflation in den kommenden Quartalen seien ausgeglichen. Daher gehe der FOMC weiterhin davon aus, in "maßvollem Tempo" die Geldpolitik straffen zu können.

Mit der erneuten Zinserhöhung verteuert sich die Kreditaufnahme für Verbraucher und Unternehmen in der größten Volkswirtschaft der Welt weiter und droht das Wachstum im Wahljahr zu bremsen.

Die heutige Entscheidung war weitgehend erwartet worden. Am Freitag hatten unerwartet schwache US-Arbeitsmarktdaten kurzfristig Zweifel an einer bevorstehenden Zinserhöhung aufkommen lassen. Auch der kontinuierlich steigende Ölpreis könnte das Wachstum in den kommenden Monaten belasten, erwarten Wirtschaftsforscher. (APA/Reuters)

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