Schutz vor hohen Spritpreisen

8. September 2004, 13:47
3 Postings

Fluggesellschaften sichern sich mit Termingeschäften und Optionen vor Kostensprüngen bei Kerosin ab

Frankfurt/Wien - Steigende Kerosinpreise - nicht jede Fluggesellschaft kommt dabei ins Schwitzen. Vor allem größere Unternehmen wie Fluggesellschaften haben dagegen Vorsorge getroffen, indem sie Kerosin-Käufe gegen mögliche Kostensteigerungen in der Zukunft absichern. Vereinfacht ausgedrückt heißt das: Fluggesellschaften vereinbaren lange vor dem Liefertermin einen Preis, der auch dann noch gilt, wenn zu diesem Termin die Kerosinpreise auf dem freien Markt gestiegen sind.

In Luftfahrtkreisen sind dabei vor allem zwei Absicherungs-Instrumente üblich: Das so genannte Termingeschäft und die so genannte Option. Der Sammelbegriff für diese Sicherungsgeschäfte lautet "Hedging". Beim Termingeschäft vereinbaren Geschäftspartner eine Art Wette über die künftige Kerosinpreis-Entwicklung. Meist werden solche Geschäfte zwischen Produzenten und Abnehmer abgeschlossen. Beide Parteien werden dabei auf einem so genannten Derivatenmarkt zusammengeführt, auf dem im Wesentlichen Banken agieren.

So könnte eine Fluggesellschaft beispielsweise mit einer Bank für ein bestimmtes Quartal des Jahres 2005 im Voraus einen Festpreis von 33 US-Dollar pro Barrel Rohöl vereinbaren. Steigt der Preis in dem festgelegten Zeitraum über diese Marke, zahlt die Bank den Differenzbetrag zum Lieferzeitpunkt an die Airline. Fällt dagegen der Preis unter das vereinbarte Limit, muss die Fluggesellschaft im Gegenzug die Differenz zum ursprünglich vereinbarten Preis an die Bank zahlen.

Wer sich dagegen lediglich gegen einen steigenden Rohölpreis absichern, beim Preisverfall aber nicht in die Pflicht genommen werden will, der kann sich für das Optionsgeschäft entscheiden. Zum Ausgleich für die marktunabhängige Preis-Fixierung zahlt die Fluglinie dem Optionspartner eine Optionsprämie. Die Höhe der Prämie ist unter anderem abhängig von der abzusichernden Preisdifferenz. Um das Risiko zu streuen, entscheiden sich Fluglinien meist für ein ganzes Bündel von Instrumenten.

Die Austrian Airlines-Gruppe hat für das Jahr 2004 rund 35 Prozent ihres Treibstoffbedarfs über Hedging-Maßnahmen abgesichert. Im ersten Halbjahr lagen die Kosten für Kerosin auf Grund der gestiegenen um rund 19 Mio. Euro über dem Vergleichswert des Vorjahres. (APA/dpa)

Share if you care.