Deutsche Grüne fordern "Weg vom Öl"

7. September 2004, 11:55
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Ausbau erneuerbarer Energien müsse forciert werden

Berlin - Angesichts von Ölpreisen auf Rekordniveau hat der Vorsitzende der deutschen Grünen Reinhard Bütikofer eine radikale Beschleunigung der Energiewende gefordert. Alle Bereiche der Volkswirtschaft müssten auf die Strategie "Weg vom Öl" ausgerichtet werden, sagte er der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Samstag). Deutschland sei zwar bei den erneuerbaren Energien schon stark vorangekommen, doch müsse der Ausbau nun noch einmal forciert werden - unter anderem mit Windanlagen vor der Küste, Biomasse, Solar- und Wasserstoffenergie sowie Energieeinsparung und mehr Energieeffizienz.

Der deutsche Umweltminister Jürgen Trittin (Grüne) sagte der "Welt am Sonntag", der Ölpreisanstieg betätige, "wie wichtig es ist, dass wir uns unabhängiger vom Öl und anderen fossilen Energieträgern machen. Deswegen ist es richtig, dass wir in Deutschland massiv auf erneuerbare Energien setzen."

Bis 2020 20 Prozent aus erneuerbarer Energie

Bis zum Jahr 2020 sollten 20 Prozent des heutigen Strombedarfs durch Energie aus Wind, Wasser, Sonne, Erdwärme und Biomasse gedeckt werden. "Das gleiche Ziel hat sich jetzt übrigens der demokratische US-Präsidentschaftskandidat John Kerry gesetzt", sagte Trittin.

Zum Vorwurf vor allem aus der FDP, die Windkraftanlagen erhielten zu hohe Subventionen, meinte Trittin, Windenergie sei heute schon preiswerter als Strom aus Kohlekraftwerken. Eine Kilowattstunde Windenergie koste 7 bis 8 Cent, eine Kilowattstunde Steinkohlestrom dagegen 8,2 Cent. "Und der Ausbau der Erneuerbaren schafft neue Marktchancen für deutsche Unternehmen, denn in der Windkraft- und Solartechnologie ist Deutschland Weltspitze", sagte Trittin. (APA/dpa)

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