Streit um Button: "Er gehört uns"

10. September 2004, 14:29
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BAR-Teamchef Richards nimmt Wechsel Buttons zu Williams nicht hin, der Pilot verteidigt seine Entscheidung - Kritik von Ecclestone

London - Der Wechsel von Jenson Button von BAR-Honda zu Williams-BMW scheint noch lange nicht beschlossene Sache zu sein. BAR stellte Button, der ab 2005 für Williams fahren möchte und bereits einen Vertrag unterschrieben hat, ein Ultimatum. BAR-Teamchef David Richards will den Transfer nicht akzeptieren. "Wir haben am 20. Juli unsere Option auf Button gezogen. Er gehört uns", sagte der Brite in der "Bild am Sonntag" (BamS). Richards kündigte juristische Schritte an, falls der WM-Dritte in der Fahrerwertung ihm gegenüber nicht bis Montagabend Stellung beziehe.

"Jenson hat gegenüber allen, die zwei Jahre lang für ihn gearbeitet haben, die Verpflichtung, zu erklären, was da gerade passiert. Wenn Leute Versprechungen abgeben, dann sollten sie diese auch einhalten", erklärte Richards.

"Will um den Titel fahren"

Button verteidigte seine Entscheidung für Williams: "Dort kann ich sofort um den Titel fahren und das ist schließlich mein Hauptziel. Ich will endlich Michael (Schumacher, Anm.) herausfordern und ich glaube, Williams kann mir das Auto dazu geben." Die Möglichkeit, Weltmeister zu werden, sei mit dem britisch-bayerischen Team einfach größer als mit den meisten anderen Rennställen.

Button ist davon überzeugt, so gut wie der sechsfache Weltmeister zu sein. "Fahrerisch bin ich jetzt schon auf seinem Level", sagte der 24-Jährige in einem Interview mit der BamS. Er wolle in den kommenden beiden Jahren Weltmeister werden, so lange Schumacher noch fahre. "Ich bin richtig heiß, mich mit ihm zu duellieren."

Konstruktives Treffen

Button hat sich noch am Sonntag mit David Richards getroffen und dabei dem BAR-Boss die Gründe für seinen Wechsel zu Williams-BMW erklärt. "Er ist nun zweifelsfrei über meine Absicht, zu Williams zurückzukehren, informiert", erklärte Button danach. "Das Treffen war konstruktiv und ich habe dabei klar gemacht, dass ich nicht wegen des Geldes wechsle und meine Motivation ausschließlich die ist, Weltmeister zu werden", so Button weiter. Von BAR gab es dazu vorerst keine Reaktionen.

Kritisiert hat unterdessen Formel-1-Boss Bernie Ecclestone den überraschenden Wechsel des Briten, der offensichtlich durch eine haarige Auslegung seines laufenden BAR-Vertrages möglich geworden ist. Für Ecclestone ist die ganze Abwicklung ziemlich "ungeschickt" gelaufen. "Unsere Abteilung in Genf wird prüfen, was richtig und was falsch ist", sagte Ecclestone im Daily Star Sunday und machte dabei auch klar, dass Button seine Superlizenz verlieren könnte, sollte Vertragsbruch vorliegen.

Kritik von Ecclestone

Scharf ins Gericht geht Ecclestone auch mit dem Piloten. "Moralisch hat Jenson die Verpflichtung, bei BAR zu bleiben. Aber wenn Agenten und das große Geld ins Spiel kommen, fliegt die Moral beim Fenster hinaus", so der Milliardär, der bekanntlich selbst bei Geldangelegenheiten auch nicht unbedingt zu den Moralaposteln zählt. Ecclestone trotzdem: "Die Formel 1 ist nicht Fußball. Ich hätte gerne, dass unsere "Spieler" zu ihren Vereinbarungen und Versprechungen stehen."

Wiliams-BMW wird übrigens schon beim nächsten WM-Lauf am Sonntag in Ungarn auf die spektakuläre "Hammerhai"-Schnauze verzichten und wieder eine herkömmliche Frontpartie am FW26 verwenden.

Keine Gespräche mit Häkkinen

Inzwischen wird bereits eifrig über einen möglichen Nachfolger Buttons bei BAR spekuliert. Als Kandidat auf einen Sitz im BAR-Honda wird unter anderen der zweifache Weltmeister Mika Häkkinen gehandelt. Richards hat Kontakte zum früheren Weltmeister allerdings bestritten: "Ich habe nicht mit ihm gesprochen und habe auch nicht die Absicht, mit ihm zu sprechen." (APA/Reuters/SIZ)

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    BAR-Boss David Richards (li) will den Abgang seines Stars Jenson Button nicht hinnehmen.

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