Heizöl Extra Leicht um fast 16 Prozent teurer als im Vorjahr

7. September 2004, 11:55
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Fachverband: Preise durch Börsenspekulation getrieben - Rückgang des Verbrauchs erwartet

Wien - Der heurige Winter könnte teuer werden. Der Preis für Heizöl Extra Leicht (Haushaltsmenge 3.000 Liter) stieg im Juni 2004 um 15,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, im Vergleich zum Mai 2004 sanken die Preise minimal um 0,8 Prozent. Heizöl Extra Leicht ist aber mit derzeit knapp 50 Cent je Liter nach Angaben der Energieverwertungsagentur nach wie vor günstiger als Ende des Jahres 2000. Damals kostete der Liter rund 55 Cent. In ähnlichen Höhen bewegte er sich zuletzt Anfang der 80er Jahre. In Deutschland kostet Heizöl mit rund 44 Cent knapp 20 Prozent mehr als noch Anfang Juni, berichtete am Freitag die dpa.

"Derzeitiges Hoch kaum zu übertreffen"

Der Fachverband Mineralölhandel erwartet keine weiteren Preissteigerungen, weil das derzeitige Hoch "kaum zu übertreffen ist", so Verbandsobmann Hermann Walser am Freitag auf APA-Anfrage. Der Hamburger Energie-Informationsdienst hingegen rechnet mit weiteren Preisschüben, da für die meisten Hausbesitzer bald das Auffüllen der Tanks anstehe. Wann dafür der richtige Zeitpunkt ist, lässt sich laut Fachverbands-Obmann Walser nicht sagen. Die Preise würden nämlich nicht durch die Nachfrage, sondern durch Börsenspekulationen getrieben, betonte er.

Für heuer Rückgang des Verbrauchs erwartet

Walser erwartet beim Heizölverbrauch heuer ein Minus von 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die 1,97 Mio. Tonnen Heizöl Extra Leicht des Vorjahres seien eine Folge der Erhöhung der Mineralölsteuer mit Jahresbeginn 2004, für 2005 erwartet Walser einen Verbrauch von 2,2 Mio. Tonnen Heizöl Extra Leicht. Danach soll die Bestellmenge kontinuierlich um rund drei Prozent sinken. Gründe dafür seien die verbesserte Brenntechnik, bessere Fassadenisolierung und der Ersatz durch andere Energieträger, so Walser. (APA)

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