Teilzeit: Wunsch und Wirklichkeit

2. September 2004, 15:05
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Für die meistgewünschte Teilzeitform - 25 bis 30 Stunden - gibt es zu wenig Angebot

"Es existiert ein Mismatch zwischen Angebot und Nachfrage", so Bernd Marin zur Teilzeitmisere in Österreich. "Am meisten gewünscht wird die so genannte vollzeitnahe Teilzeit, also 25 bis 30 Stunden pro Woche. Jedoch nur acht Prozent der Beschäftigten haben derartige Verträge. Was hingegen zu viel angeboten wird, sind unterwertige Tätigkeiten." Laut Marin würden in Österreich, aber auch in Deutschland in etwa ein Viertel bis ein Drittel der Arbeitnehmer prinzipiell einen Teilzeitjob bevorzugen - mit einer Wochenarbeitszeit unter 35 Stunden. Die würde der realen Quote in Ländern wie den Niederlanden, Schweden oder Großbritannien entsprechen.

Einsparungen übersteigen Mehrkosten

Laut empirischen Untersuchungen übersteige bei effizient eingesetzten und den Wünschen der Arbeitnehmer entgegenkommenden Teilzeitmodellen die Einsparungen und Produktivitätsgewinne die Mehrkosten bei weitem.

Generell seien Mehrkosten von maximal drei Prozent zu erwarten, die Gesamtkosten sinken laut Untersuchungen aber um mehr als zehn Prozent, so Marin. Der Produktivitätsgewinn (gemessen an eingesparten Personalkosten) variiert zwischen drei und zwanzig Prozent - je nach Teilzeitmodell (Beispiele: Regelteilzeit, auslastungsgerechter Personaleinsatz bei schwankender Nachfrage oder verlängerte Betriebs- oder Maschinenzeiten durch Teilzeitmodelle). (szem, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 6.8.2004)

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