Bayerischer Hypo-Gewinn made in Austria

8. September 2004, 13:44
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Die BA-CA hat im Halbjahr ihre bayerische Mutter HVB beim Nettoergebnis übertreffen können und will in Zentral- und Osteuropa weiter wachsen

Wien – Die Bank Austria Creditanstalt (BA-CA), größte Bank Österreichs, hat im ersten Halbjahr durch kräftiges Wachstum in Zentral- und Osteuropa (CEE) und im heimischen Privatkundengeschäft mehr verdient als im Vorjahr und die Erwartungen deutlich übertroffen. Das Ergebnis der BA-CA trug wesentlich zum Nettogewinn der bayerischen Mutter HypoVereinsbank (HVB Group) bei, die ohne die Österreicher aufgrund roter Zahlen im Heimmarkt deutlich weniger verdient hätte.

Nettogewinn deutlich gesteigert

So steigerte die BA-CA im ersten Halbjahr ihren Nettogewinn um knapp 40 Prozent auf 283 Mio. Euro und übertraf damit auch die ihre Mutter HVB, die lediglich 208 Mio. Euro erzielt hat. Vor Steuern (EGT) betrug das HVB-Ergebnis 535 Mio. Euro, die BA-CA trug dazu 60 Prozent bei.

Spekulationen, die HVB könnte sich das Inlandsgeschäft der BA-CA einverleiben, trat Generaldirektor Erich Hampel entgegen: "Wir sind in der HVB Group für Österreich und CEE zuständig. Ich sehe da keine Veränderung."

Ergebnisziele bekräftigt

Für das Gesamtjahr 2004 hat die BA-CA ihre Ergebnisziele bekräftigt. Die Bank werde ein Ergebnis vor Steuern von mindestens 750 Mio. Euro (nach 648 Mio. Euro 2003) erreichen. Vom Jahresziel hat das Management im Halbjahr mit 412 Mio. Euro (plus 37 Prozent) bereits mehr als die Hälfte geschafft. Die größten Beiträge zum Halbjahreswachstum haben das österreichische Privatkundengeschäft und Zentral- und Osteuropa geliefert. Das CEE-Geschäft hat sich um 87 Prozent auf 169 Mio. Euro Vorsteuergewinn verbessert und trägt bereits 41 Prozent zum Gesamtgeschäft bei. "Hier ernten wir jetzt die Früchte unserer Expansionsstrategie", sagte Hampel.

CEE-Länder werden forciert

Die BA-CA wolle ihr Engagement in den CEE-Ländern weiter ausbauen. Bis 2007 will die Bank rund 200 neue Filialen, vor allem in Polen, Ungarn und Kroatien, eröffnen und sei offen für Zukäufe. "Wir halten die Augen weit offen", sagte Hampel.

Er bekräftigte das Interesse der HVB-Tochter an den beiden zum Verkauf stehenden rumänischen Banken Cas de Economii si Consemnatiuni (CEC) und Banca Comerciala Romana (BCR). Auch Polen, wo die BA-CA mit der BPH Bank drittgrößter Marktteilnehmer ist, sei grundsätzlich ein interessanter Markt. Hampel dämpfte aber das Interesse an Zukäufen insofern, als die BA-CA ausschließlich an einer Mehrheit interessiert sei. Demnächst kommt zwar die größte polnische Bank, die PKO BP, an die Börse. Aber nur rund 30 Prozent der Aktien sollen notiert werden.

"Sind in Österreich auf dem richtigen Weg"

Im Heimatmarkt für Privatkunden habe das Kreditinstitut um knapp 50 Prozent auf 90 Millionen Euro zugelegt, hieß es. "Wir sind in Österreich auf dem richtigen Weg, aber wir dürfen uns keine Illusionen machen. Wir haben noch einige Arbeit vor uns." So stagnierte de facto das Firmenkundengeschäft bei 101 Mio. Euro, nach 98 Mio. Euro in der Vergleichsperiode des Vorjahres.

"Konstruktive Gespräche" mit dem Betriebsrat

Die Gespräche mit der Belegschaftsvertretung – zu Dienstrechtsfragen und anderen Punkten – verlaufen laut Hampel "sehr konstruktiv". Die Mitarbeiterzahl in Österreich will die BA-CA bis Ende 2005 von derzeit 11.067 – wie berichtet – auf rund 10.000 senken. In Zentral- und Osteuropa zählt man 16.517 Mitarbeiter. (miba, Reuters, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 6.8.2004)

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