Miklautsch gegen EU-Auffanglager in Afrika

Redaktion, 11. August 2004 11:58

Justizministerin: "Das kann ich für uns ausschließen"

Wien - Justizministerin Karin Miklautsch (F) lehnt den Vorschlag des deutschen Innenministers Otto Schily (SPD) ab, in Afrika EU-Auffanglager für Asylbewerber zu errichten. "Wir werden sicher keine - das kann ich für uns ausschließen und mir persönlich nicht vorstellen - Auffanglager in Afrika bauen", sagte Miklautsch im Gespräch mit der Tageszeitung "Die Presse" (Donnerstag-Ausgabe). Die Justizministerin fordert, dem Problem der Wirtschaftsflüchtlinge "mehr Augenmerk" zu schenken.

"Es schaut so aus, dass der starke Anstieg der Ausländerkriminalitätsrate im Osten Österreichs zu unserem Hauptproblem wird. Die Justiz darf nicht zur Sackgasse der Fremdenpolitik werden", sagte Miklautsch. Die Justizministerin merkte gegenüber der "Presse" auch an, dass die Frage von Auffanglagern in Afrika nicht ihr "Revier" sei. Zuständig sei Innenminister Ernst Strasser (V). Strasser wiederum ließ der "Presse" auf Anfrage ausrichten, dass er die Idee seines deutschen Amtskollegen nicht kommentieren wolle.

Miklautsch stellt sich nach Angaben der "Presse" mit ihrer Ablehnung gegen die Linie der FPÖ, die am 3.Juli beim Sonderparteitag in Linz "die Schaffung von Transitzentren für Asylwerber außerhalb der Schengengrenze" als Zielsetzung bezeichnet hatte. (APA)

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